Inzwischen bröckelt auch die Front der Eltern. Der Landeselternrat (LER) nimmt auf eigene Faust Verhandlungen mit der CDU-Fraktion im Landtag auf. Am 1. April ist ein erstes Spitzengespräch mit Fraktionschef Fritz Hähle und weiteren Abgeordneten angesetzt. Die CDU macht jedoch seit November mit dem Alternativpapier „Das bessere Schulkonzept“ dem Volksbegehren Konkurrenz.


Einige Vertreter im Landeselternrat kalkulieren offenbar nüchtern: „Wir wollen mit denen verhandeln, die auch handeln können“ , sagt Gisela Grüneisen, vom LER mit der Gesprächskoordination beauftragt. Die CDU habe sich bewegt und kompromissbereit gezeigt. Das Ziel des Volksbegehrens, den Klassenteiler auf 25 zu senken, habe sich durch die Realität ohnehin erledigt. Grüneisen: „In der Regel sind nur noch 25 Schüler in einer Klasse.“ Mit der CDU-Fraktion solle über Ausnahmeregelungen für Schulen im ländlichen Raum verhandelt werden, denen die Schließung droht. Zudem müssten unterschiedliche Unterrichtsmodelle erlaubt werden, wie in anderen CDU-regierten Bundesländern üblich.


Der Elternrat fährt jedoch zweigleisig und hält am Volksbegehren fest: „Wir sammeln weiter Unterschriften“ , betont Gisela Grüneisen. Vorwürfe, es würden Listen als Druckmittel zurückbehalten, wies sie zurück: „Wer das tut, macht sich strafbar. Wir leiten alles weiter.“ Das Volksbegehren sei Gold wert, denn es zeige, dass die Politik das bürgerschaftliche Engagement sehr ernst nehmen müsse. Das sehen auch die Initiatoren so, die allerdings nicht mehr so gut auf den Elternrat zu sprechen sind. Aus Sicht der SPD, die das Volksbegehren begleitet, haben sich im Elternrat einzelne Vertreter mit CDU-Parteibuch durchgesetzt, so Fraktionssprecher Andreas Beese. Die SPD biete den Initiatoren, die auch von der PDS und von Lehrer-Gewerkschaften unterstützt werden, weitere Hilfe an. So könne eine kostenlose Hotline geschaltet werden, um die Organisation des Vereins „Zukunft braucht Schule“ zu verbessern.


Tatsächlich sind von etwa 300 000 Unterschriftenlisten bisher erst 28 500 zurückgekehrt, sagt Cornelius Schröder vom Vereinsvorstand. Der Rücklauf aus den Schulen und von Eltern habe nicht so funktioniert wie erwartet, ergänzt Vertrauensmann Uwe Stelzmann. Bei den ehrenamtlichen Helfern gebe es einige Unklarheiten über formale Abläufe. Die Listen sollten jetzt schnellstmöglich bei den Einwohnermeldeämtern beglaubigt und zurückgeschickt werden. Auch der Gegenwind der CDU bereite der Aktion Probleme. Die Initiatoren geben sich dennoch zuversichtlich, ihr Ziel zu schaffen. Bis 1. Mai sind weitere Aktionstage geplant, um Unterschriften zu sammeln. Ein Trost ist dem Verein, dass auch beim Sparkassen-Volksbegehren das Gros der Listen erst kurz vor Toresschluss zusammengekommen sei.