Bisher ist für Grund- und Förderschulen eine Anfangszeit von 7.30 bis neun Uhr und für Mittelschulen und Gymnasien von sieben bis neun Uhr vorgegeben. Die Opposition nannte Fälle, wo Kinder im ländlichen Raum bereits 5.50 Uhr den Schulbus nehmen müssen.
Nach Angaben der Liberalen haben die Schulschließungen bei vielen Kindern und Jugendlichen den Schulweg erheblich verlängert. Unabhängig davon ticke die biologische Uhr junger Menschen anders. Besonders Pubertierende würden später müde und später wach. Bei solch einem zeitigen Schulbeginn seien mangelnde Leistungsfähigkeit und Konzentrationsschwächen die Folge. Die FDP verwies auf internationale Studien, die einen Zusammenhang zwischen besseren Leistungen und späterem Schulbeginn belegen.
Nach Auffassung der Regierungskoalition gilt es auch die Interessen der Eltern zu berücksichtigen, die früh zur Arbeit müssen. Kultusminister Steffen Flath (CDU) hat nach eigenem Bekunden nichts gegen einen späteren Schulbeginn einzuwenden, wenn die Schulkonferenzen vor Ort dem zustimmen. Flath machte aber auch klar, dass ihm das Thema langsam "auf den Wecker" gehe. Auch die Linksfraktion. PDS hatte früher schon einmal erfolglos die Schüler vom zeitigen Unterrichtsbeginn befreien wollen. (dpa/mb)