Eigentlich ist das Metier von Olaf Schubert die Bühne - nun wagt sich der Komiker mit dem Rauten-Pullunder zum ersten Mal auf die große Leinwand: Für den Kinofilm "Schubert in Love" mit dem Untertitel "Vater werden ist (nicht) schwer" dreht er derzeit in Dresden. Der Wechsel macht dem 47-Jährigen, der für seinen Wortwitz bekannt ist, wenig aus. "Ein Olaf wächst bekanntlich mit seinen Aufgaben. Das eigentliche Schauspiel hatte ich mir schwerer vorgestellt", sagt der Komiker am Rande von Dreharbeiten.

An diesem grautrüben Oktobertag wird in einer prächtigen Dresdner Villa gedreht. Auf dem polierten Messingschild neben dem Eingang prangt die Aufschrift "Professor Schubert". Der dominante Vater, der es nicht verwinden kann, dass sein Sohn weniger erfolgreich ist als er, wird gespielt von Mario Adorf. Für die nächste Szene nimmt der 85-Jährige in einem dunklen Arbeitszimmer mit getäfelter Decke hinter einem mächtigen Schreibtisch Platz - Zigarre paffend.

Die Klappe fällt, Olaf Schubert betritt mit einem verwelkten Blumenstrauß den Raum, eine Diskussion entspinnt sich. "Wie willst Du denn die Hungersnot beenden, wenn Du nicht mal dein Studium beendet hast?", herrscht der Vater den notorischen "Weltverbesserer" an. Professor Schubert ist stolz auf seine Vergangenheit, das zeigt auch der Stammbaum, der im Vorzimmer der Villa hängt: Da werden etwa "Spartacus Schubert" oder "Leonardo da Schubert" als Vorfahren aufgeführt.

Damit die Familiendynastie weitergeführt wird, fordert der Vater nun endlich Enkel. Und Olaf Schubert begibt sich im Film auf die Suche nach einer "geeigneten Mutti".

Auch wenn der Film eine Komödie ist und Olaf Schubert am Set stets in seiner Rolle als Komiker bleibt: "Wir befinden uns nicht ständig in Lachkrämpfen", stellt Regisseur Lars Büchel ("Jetzt oder nie - Zeit ist Geld") klar. Denn eine Komödie zu drehen, sei "Schwerstarbeit". Es werde konzentriert gearbeitet, die Dialoge seien festgeschrieben und müssten sitzen. Gedreht wird an verschiedenen Orten in Dresden bis Mitte November. Der Film soll im zweiten Halbjahr 2016 in die Kinos kommen. Das Drehbuch stammt aus der Feder von Olaf Schubert und Stephan Ludwig.

Schauspieler Mario Adorf musste allerdings zu dem Projekt überredet werden. "Ich habe zuerst gezögert, weil ich ein anderes Angebot hatte. Aber jetzt muss ich sagen: Es hat sich gelohnt", gesteht er. Produzent Ulf Israel habe einen "wunderbaren und rührenden Brief geschrieben" und da habe er nicht Nein sagen können. Tatsächlich habe sich Israel nicht vorstellen können, den Film ohne Adorf zu drehen, sagt er. Kein anderer deutscher Schauspieler könne diese Figur zwischen Dominanz und Charme so ausfüllen wie dieser.

Für seinen Filmvater findet Olaf Schubert ungewöhnlich ernste Worte: "Er hat auch privat eine Aura, er ist eine Eminenz. Ein Mensch, der viel erlebt hat, der etwas kann und der das auch ausstrahlt."

Schubert, der in der ARD mit seiner Comedy-Show "Olaf verbessert die Welt" zu sehen und zudem regelmäßiger Gast der "heute-show" im ZDF ist, gefällt der Ausflug zum Film. "Es gibt aber einige Dinge, bei denen man sich umstellen muss. Ich habe Uhrzeiten auf meinem Wecker eingestellt, da wusste ich gar nicht, dass es die gibt."

Mario Adorf lobt die Zusammenarbeit mit Olaf Schubert: "Es gibt in der Tat einen Menschen hinter dem Olaf, das ist für mich der Schauspieler. Da bin ich überrascht, wie präzise und sensibel er ist und wie toll er das macht." Einen Pullunder trägt er auch als Filmvater von Olaf Schubert nicht, verrät er. Dafür allerdings eine Fliege mit dem markanten Karomuster. Das Markenzeichen von Olaf Schubert ist dagegen sogar in einer der Liebesszenen präsent, erzählt der Regisseur. Dann werde es dunkel und nur Olafs Stimme sei zu hören: "Und der Pullunder bleibt an."

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Die Mitteldeutsche Medienförderung unterstützt 18 Filmprojekte mit mehr als 2,2 Millionen Euro. Dazu zählt der Streifen "In den Gängen" des Leipziger Regisseurs Thomas Stuber, der mit 400 000 Euro die größte Summe erhält, wie die MDM in Leipzig mitteilte. Stuber schildert darin einen jungen Mann, der versucht, seine Vergangenheit als Kleinkrimineller hinter sich zu lassen. Die MDM fördert Projekte, die eine Beziehung zu Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben.