Zaghaft, fast schon bittend trat der 46-Jährige in Hartha vor seine Parteifreunde - und kam durch.

Es ist schon ein Ding, wenn eine Partei krachend aus dem Landesparlament fliegt, ohne dass die Führungsspitze gehen muss. Aber nicht unlogisch unter Sachsens Liberalen. "Wir sind ganz unten, wir sind im Schlamm", sagte einer am Parteitagspult. "Jetzt fassen wir uns an die Hände und gehen gemeinsam durch." Der neue, alte Parteichef will jetzt alles auf Anfang drehen. Den frischen Geist seiner frühen Jahre in der liberalen Jugendorganisation will Zastrow wach rufen. Er ist jetzt halt wieder "ein kleiner Stadtrat aus Dresden".

Da schmalzt auch ein bisschen flockige Apo-Romantik mit rein: Die Leute müssen uns anfassen können, uns sehen, nicht immer erst 60 Seiten Programm lesen müssen. Indes, es klappt nicht mehr richtig. Ein halbes Jahr, nachdem der FDP auch noch der sächsische Landtag verloren ging, droht die Partei zu einer Dresdner Lokalerscheinung zu werden.

politik@lr-online.de