"In Europa wie in Südostasien können wir den Terror nur besiegen, wenn die Sicherheitsbehörden der verschiedenen Staaten noch enger kooperieren", sagte Schröder gestern in Singapur, der zweiten Station seiner Südostasien-Reise. Der Gefahr des grenzüberschreitenden Terrorismus "können wir nur mit vereinten Kräften entgegentreten", betonte der Bundeskanzler.
Angesichts der wachsenden Bedeutung Chinas warnte er außerdem davor, den südostasiatischen Markt zu vernachlässigen. "Es gibt hier kein Entweder-Oder, obwohl der chinesische Markt enorm ist." Er habe mit Singapurs Regierungschef Goh Chok Tong ausführlich über ein geplantes Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem Verband Südostasiatischer Staaten (Asean) beraten. Den Weg dazu solle von 2004 an eine Handelsinitiative zwischen EU und Asean bereiten. Der Bundeskanzler und seine Delegation reisten gestern weiter in die indonesische Hauptstadt Jakarta.

SARS kein Reisehindernis
Schröder lobte die Anstrengungen Singapurs im Kampf gegen die Lungenseuche SARS. "Ich glaube, dass man das hier im Griff hat." Bei seiner Familie habe es vor der Reise zwar Besorgnisse gegeben. "Weder bei ihr noch bei mir werden aber politische Entscheidungen davon abhängig gemacht." Es wäre ein "völlig falsches Signal" gewesen, den Besuch wegen der Krankheit zu verschieben. Er begrüßte, dass auch ihm selbst und den Mitgliedern seiner Delegation bei der Ankunft in Singapur aus Sicherheitsgründen Temperatur gemessen worden sei. "Alles ist grün geblieben und nicht rot geworden", berichtete Schröder von seiner Erfahrung mit den Thermalkameras am Flughafen.

Lob für Wirtschaftskontakte
Singapur ist einer der am stärksten von SARS betroffenen Staaten. Bislang starben dort mindestens 38 Menschen an der Lungenkrankheit. Es sind mehr als 205 Erkrankungen bekannt. Wegen der Seuche war die Delegation des Kanzlers reduziert worden. Eine Übernachtung in dem Stadtstaat war aus Angst vor SARS gestrichen worden.
Schröder kündigte zudem an, dass die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Singapur bei Bildung und Wissenschaft ausgebaut werden solle. Die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu dem Stadtstaat seien bereits "sehr, sehr gut", betonte der Kanzler. Deutschland ist Singapurs wichtigster Handelspartner in der EU. Das deutsche Handelsvolumen mit den südostasiatischen Staaten ist nach offiziellen Angaben inzwischen größer als der Handel mit Nordamerika. In den Asean-Ländern leben rund 500 Millionen Menschen.
Der Kanzler hatte seine Asienreise am Sonntag in Malaysia begonnen. Letzte Station wird nach Indonesien Vietnam sein. Schröder will am Freitag wieder nach Deutschland zurückkehren. (dpa/roe)