Sachsenweit stehen etwa sechs Prozent der insgesamt rund 215 000 Parzellen leer. In ländlichen Regionen und in Gegenden, aus denen viele Menschen wegziehen, schwächelt allerdings die Nachfrage nach den Parzellen. Nur etwa ein Prozent der 32 500 Parzellen in Leipzig werden nicht benutzt. "Im Frühling steigt die Nachfrage noch, manche Vereine haben sogar Wartelisten", sagt der Vorsitzende des Stadtverbandes der Leipziger Gärtner, Bernd Weiner. Immer mehr junge Familien mit Kindern ziehe es wieder ins Grüne. Weiner erklärt sich das vor allem mit der preiswerten Pacht. Die locke in einer Zeit, in der immer mehr Familien sparen müssten. So sind 300 Quadratmeter bereits für rund 200 Euro im Jahr zu haben. Zudem setzt der Verband auf eine familienfreundliche Politik: Es gibt Patenschaften mit Kindergärten und Schulen, große Spielwiesen für Kinder und zahlreiche Feste. Auch der Kleingartenverband Dresden kann sich nicht über mangelnden Zulauf beklagen. Nur rund 200 von insgesamt 23 500 Schrebergärten stehen leer. Vor allem Kleingärten in der Nähe von großen Wohngebieten sind begehrt. "Die gestressten Städter sehnen sich nach einem Stückchen Grün", erklärt Verbandsvorsitzender Konrad Haß. Spätestens, wenn das erste Kind unterwegs sei, schauten sich viele Familien nach einer Parzelle um. Knapp neun Cent kostet derzeit die Pacht pro Quadratmeter und Jahr in Dresden. Während die Anzahl der Gärten in Stadtnähe kaum ausreicht, bleiben die Parzellen in den ländlichen Regionen oft verwaist. "Da gibt es eine deutliche Kluft, sagt der Präsident des Landesverbandes der Kleingärtner, Peter Paschke. So finden sich etwa in Hoyerswerda, das stark mit Abwanderung zu kämpfen habe, kaum noch Pächter. "Dort werden wir irgendwann reduzieren müssen", so Paschke. Viele Vereine machen aber auch aus der Not eine Tugend; so würden etwa leerstehende Parzellen in "Grüne Klassenzimmer" für Schulen und Kindergärten umgewandelt. Auch in den ländlichen Regionen des Erzgebirges ist die Nachfrage eher verhalten. "Dort besitzen eben viele ein Einfamilienhaus mit Garten", erklärt der Vorsitzende des Regionalverbandes Osterzgebirge, Hans-Jürgen Sroka. Insgesamt liegt die Leerstandsquote der rund 90 Kleingartenanlagen des Verbandes bei weniger als zehn Prozent. Im sächsischen Landesverband der Kleingärtner sind rund 4000 Vereine organisiert. Die Kleingärtner bewirtschaften in Sachsen eine Fläche von insgesamt rund 9000 Hektar.