Wissenschaftsräume sollten keine zusätzliche institutionelle Ebene sein, sondern die Vernetzung der Hochschulen, Forschungsinstitute und Wirtschaft voranbringen, um Effizienzgewinne zu erzielen. Dafür habe sie großen Zuspruch aus vielen Einrichtungen und dem CDU-Fraktionsarbeitskreis erhalten, sagte von Schorlemer der RUNDSCHAU.

Nach der Präsentation ihres Konzeptes hatte es jedoch auch Kritik aus den Koalitionsfraktionen gegeben. Zuletzt monierte CDU-Hochschulpolitiker Geert Mackenroth, man laufe Gefahr, neue regionale Konkurrenz zu schaffen. Dafür sei Sachsen zu klein. Auch FDP-Politiker Andreas Schmalfuß ging auf Distanz: “Willkürlich gezogene, regionale Grenzen„ durch ein neues, fiktives Konstrukt drohten die Entwicklung der Hochschul- und Forschungslandschaft zu behindern. “Sachsen ist ein einheitlicher Wissenschaftsraum. Da dürfen wir keine neuen bürokratischen Hürden errichten„, so Schmalfuß.

Für von Schorlemer ist die Kritik ein normaler politischer Prozess. “Alle sind eingeladen, sich einzubringen. Die Agenda kann gestaltet werden.„ Ohnehin seien die Wissenschaftsräume nur ein Baustein im neuen Hochschulentwicklungsplan, der von Kritikern angemahnt wird. Dieser solle nun bis zum Sommer vorgelegt werden, kündigte die Ministerin an: “Wir sind mit der Hochschulentwicklungsplanung fertig. Sie soll möglichst bis zur Sommerpause dem Kabinett zugehen„, sagte von Schorlemer. Die gegenwärtige Verzögerung sei nicht inhaltlich begründet. Sie liege daran, dass nun zusätzlich mit dem Finanzministerium auch die daraus folgende Bauplanung abgestimmt werde. “Wir wollen Planungssicherheit schaffen.„ Zudem kündigte sie eine baldige Novelle des Hochschulgesetzes an. Der Referentenentwurf werde im April fertig. Das Gesetz könne, wenn das Parlament es wolle, Anfang 2012 in Kraft treten.

Wenn die gesamte Hochschulplanung vorliege, so hofft von Schorlemer, werde auch die Debatte über die Wissenschaftsräume anders geführt. Diese seien so etwas wie ein runder Tisch, um Wissenschaft und Wirtschaft vor Ort zusammenzubringen. Dort bestehe großes Interesse, etwa bei Infrastruktur im IT-Bereich und Bibliotheken, der Weiterbildung oder bei Anträgen für EU-Mittel zu kooperieren. Das Ministerium wolle dabei keine Detailsteuerung vorgeben. Die geplanten Koordinatoren hätten lediglich eine Moderatorenfunktion. Laut CDU-Politiker Günther Schneider hat bereits der jüngste Erfolg der TU Dresden in der Exzellenzinitiative gezeigt, welche Vorteile die Vernetzung in Wissenschaftsräumen bringt. svh1