Heide abbrennen für den Naturschutz. Das klingt seltsam, ist aber notwendig, wie Egbert Brunn vom Bundesforstbetrieb, der das kontrollierte Abbrennen begleitet, erklärt. Ohne das Abbrennen würden sich irgendwann Bäume dort breit machen, wo jetzt Heide wächst, die Heideflächen würden absterben. Das Abbrennen „dient dazu, den Heidepflanzen die Möglichkeit zur Verjüngung durch Neuaustrieb zu geben“, wie Brunn der Lausitzer Rundschau bereits vor dem kontrollierten Abbrennen am Samstag im Zschornoer Wald (ehemaliger NVA-Übungsplatz Jerischke) erklärte. Die Heide sei wichtig, weil sie einen Lebensraum für zahlreiche wichtige Insekten- und Vogelarten böte.

Zudem verringere das kontrollierte Abbrennen die Brandgefährdung für Wildfeuer auf den Heideflächen. Bereits vorab wurde die heutige Maßnahme angekündigt. Die RUNDSCHAU berichtete. Beteiligt sind daran neben dem Bundesforst und der Feuerwehr auch Vertreter der Arbeitsgruppe Feuerökologie vom Zentrum für globale Feuerüberwachung in Freiburg, das Berliner Institut für Optische Sensorsysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und zwei spezialisierte Unternehmen aus München.

Das Team entwickelt zur gezielten Bekämpfung von Waldbränden ein Feuermonitoring-System auf Fernerkundungsbasis. Deshalb werden die Daten, die am Samstag mit Drohnen und von Sensoren am Boden erhoben werden mit den Daten von Satelliten, die zum Zeitpunkt des Brennens über der Lausitz stehen, abgeglichen.

Seit Samstagmorgen läuft das kontrollierte Abbrennen der Heide und wird noch bis etwa 16 Uhr andauern. Wer also demnächst wieder Rauchwolken dort entdeckt, kann beruhigt sein. Damit die Feuerwehrleitstellen, falls es doch Anrufe gibt, einordnen können, ob sie jemanden rausschicken müssen, haben die Feuerwehrleitstellen, darunter Hoyerswerda und Cottbus, Karten erhalten, auf denen die Orte, an denen kontrolliert abgebrannt wird, markiert sind. Außerdem steht die Feuerwehr vor Ort in Kontakt mit den Leitstellen, dort werden die Brandflächen an- und abgemeldet.

Das Gebiet im Zschornoer Wald gehört zur DBU Naturerbefläche GmbH – eine Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Seit 2001 wird das Verfahren des kontrollierten Abbrennens angewendet. Durchgeführt werden kann dies immer nur im Frühjahr, also im ausgehenden Winter und wenn das Wetter mitspielt. 40 bis 50 Prozent Luftfeuchte müssen es sein, wie Egbert Brunn erklärt. In der Zschornoer Heide sei das das letzte Mal 2014 der Fall gewesen. Bei einem hohen Waldbrandgefahrenindex schließt sich das kontrollierte Abbrennen natürlich generell aus. Neben dem Abbrennen wird noch ein anderes Pflegeverfahren eingesetzt: das Heidemähen. Dies sei etwa aller 15 Jahre notwendig.

Tiefer reichende Informationen zum kontrollieretn Abbrennen im Zschornoer Wald wird die DBU im Lauf der kommenden Woche bekannt geben. Zu lesen: In der Lausitzer Rundschau.