Dagegen kam es im vergangenen Jahr angesichts von vergleichsweise viel Regen lediglich zu 165 Waldbränden auf einer Fläche von 45 Hektar. Am Freitagmittag galt in elf Kreisen die höchste Warnstufe 4. An diesem Wochenende müsse mit einer Verschärfung der Lage gerechnet werden.„Die hohen Lufttemperaturen, verbunden mit geringen Niederschlagsmengen, haben in den vergangenen Tagen zum raschen Anstieg der Brandgefahr im Wald und in der Feldflur geführt“, erklärten Agrarstaatssekretär Dietmar Schulze und Innenstaatssekretär Hans-Jürgen Hohnen. Nach ihren Angaben werden über 95 Prozent aller Waldbrände direkt oder indirekt von Menschen verursacht. In aller Regel seien dabei Fahrlässigkeit und Leichtsinn im Spiel. Vor allem achtlos weggeworfene Zigarettenkippen, Flaschen und Scherben seien eine große Gefahr.

„Landesweit stehen mehr als 47 000 überwiegend ehrenamtliche Feuerwehrleute bereit, um im Ernstfall eingreifen zu können“, hieß es weiter. Nach Polizeiangaben vom Freitag mussten sie unter anderem am Donnerstag nahe Löwenberg (Oberhavel) anrücken, wo ein Brand bei Erntearbeiten mit einem Mähdrescher etwa 25 Hektar Roggen vernichtete. Der Mähdrescher fing auch Feuer und brannte aus. Ebenfalls ein Mähdrescher und sieben Hektar eines Getreidefeldes wurden nahe Dechtow (Ostprignitz-Ruppin) Opfer von Flammen. Funkenflug aus einem Mähdrescher gilt als Ursache.

Im Süden Brandenburgs kontrollierten einige Feuerwehren am Freitag noch ein Feld bei Großthiemig (Elbe-Elster), wo am Donnerstag etwa 30 Hektar Getreide in Flammen aufgegangen waren. „Wegen der schwülen Hitze sind aber auch immer mehr Rettungswagen zu Menschen unterwegs, die Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System haben“, berichtete ein Sprecher der Leitstelle Lausitz.

Am Donnerstag hatte zudem ein Feuer in Kötzlin (Ostprignitz-Ruppin) etwa 15 Hektar eines Getreidestoppelfeldes und etwa 20 Strohballen zerstört. Auf der Abdeckung der Auspuffanlage eines Mähdreschers hatten sich Staub und Strohreste entzündet, hieß es von der Polizei. Außerdem brach auf einem Feld nahe Zehdenick (Oberhavel) während Erntearbeiten mit einem Mähdrescher ein Brand aus, der etwa zwei Hektar Winterroggen vernichtete. Ein Feuerwehrmann musste vor Ort ärztlich behandelt werden.