Durch den Dialog mit den Bürgern und ertappten Temposündern solle die weiterhin sehr hohe Zahl der Unfälle gesenkt werden, sagte Schönbohm gestern in Potsdam.
Mit 109 Verkehrstoten je 100 000 Einwohner weise Brandenburg im Ländervergleich immer noch die zweithöchste Quote auf (Bundesdurchschnitt 71 Verkehrstote je 100 000 Einwohnern).
Das Klima auf den Straßen werde weiterhin vielfach von Rücksichtslosigkeit, Aggressivität und Verantwortungslosigkeit bestimmt, stellte der Minister fest. Hier gebe es viel zu wenig "gesellschaftlichen Gegenwind". Vielmehr würden Verkehrsverstöße oft als Kavaliersdelikt gelten.
Seit 2002 ist zwar die Zahl schwerer Unfälle in Brandenburg laut Schönbohm rückläufig, dennoch waren allein im vergangenen Jahr 280 Verkehrstoten zu beklagen. Ebenso stieg die Zahl der registrierten Tempoverstöße im Vergleich zu 2003 um 31,6 Prozent auf über eine Million.
Die Zentrale Bußgeldstelle in Gransee (Oberhavel) ordnete 16,3 Prozent mehr zeitweilige Fahrverbote an; sie summierten sich 2004 auf 24 838. Die Polizei werde deshalb weiterhin rigoros gegen Verkehrssünder vorgehen, sagte der CDU-Politiker. Erst wenn die Unfallzahlen deutlich zurückgingen, werde auch weniger geblitzt. (dpa/ta)