Die örtlichen Wehren sollen erhalten bleiben, sollen aber im Ernstfall als schlagkräftige Verbünde auftreten können. "Dies ist angesichts der demografischen Entwicklung dringend notwendig, um die Tageseinsatzbereitschaft zu gewährleisten und Spezialtechnik zu zentralisieren", erklärte Schönbohm gestern in Potsdam. Er verwies zudem auf die wachsende Bedeutung der Nachwuchsarbeit für die künftige Einsatzfähigkeit der Feuerwehren.
Die Stützpunktfeuerwehren sollen dem Minister zufolge "in Absprache mit den Gemeinden, Städten, Ämtern und Landkreisen" aufgebaut werden. Einzelheiten stehen derzeit allerdings noch nicht fest. Die Landesregierung wolle künftig neun Millionen Euro pro Jahr für die Modernisierung der Feuerwehren und die Sicherung ihrer dauerhaften Einsatzfähigkeit aufbringen, betonte der CDU-Politiker.
Schönbohm verwies auf die sinkende Zahl aktiver Feuerwehrleute, vor allem aber auf die sinkende Mitgliederzahl der Jugendfeuerwehren wegen geburtenschwächerer Jahrgänge. Im vergangenen Jahr hatten die Jugendfeuerwehren im Land nur noch knapp 11 400 Mitglieder, fast 1300 weniger als 2004. Mit ihrer Nachwuchsarbeit sicherten die Wehren den Brand- und Katastrophenschutz in der Zukunft, betonte Schönbohm.
Dem bereits am Dienstag bekannt gewordenen Brand- und Katastrophenschutzbericht 2005 zufolge mussten die Feuerwehren im vergangenen Jahr 1387 Menschen aus Gefahrensituationen retten. Insgesamt wurden sie zu 69 306 Einsätzen gerufen. Darunter waren 6591 Brände, 17 597 technische Hilfeleistungen sowie 40 062 Notfälle. 5066-mal gab es Fehlalarm. Laut Statistik verfügt Brandenburg über fünf Berufsfeuerwehren, 202 freiwillige Feuerwehren und elf anerkannte Werksfeuerwehren mit insgesamt knapp 50 000 Aktiven. Davon sind 48 211 Angehörige freiwilliger Feuerwehren. Von den rund 2000 Feuerwehrhäusern und Gerätehäusern sind 15 ständig besetzt. (dpa/mb)