Statistisch gesehen kommen derzeit 266 Bürger auf einen Polizisten. Damit liege das Land bei der Polizei-Dichte an der Spitze der Flächenländer. Am Vormittag hatten Polizisten vor dem Landtag gegen ihre Bezahlung und einen Beförderungsstau protestiert. Die märkischen Beamten seien die "Zweitbilligsten" bundesweit, kritisierte die Gewerkschaft der Polizei (GdP). Eine erste Lesung des Gesetzes zur Änderung besoldungsrechtlicher Vorschriften 2009/2010 stand am Nachmittag auf der Tagesordnung des Parlaments. Das Gesetz mache die märkischen Beamten weiterhin zu "Billig-Polizisten", kritisierte die GdP. Als Beleg für schlechte Arbeitsbedingungen führte die Gewerkschaft den hohen Krankenstand an - dieser sei so hoch wie noch nie. Nach Angaben des Innenministeriums sinkt die Zahl der Polizei-Mitarbeiter von 1999 bis 2012 von 10 300 auf 8500. Derzeit sind es rund 9000. Auf Schildern der Demonstranten stand unter anderem zu lesen "Alte Polizei - Kranke Polizei - Billige Polizei" und "Billig-Polizei verhindern". Ferner verteilten sie "Rote Karten" für Innenminister Schönbohm und Finanzminister Rainer Speer (SPD). Beim Eintreffen vor dem Landtagsgebäude sprach Schönbohm mit den aufgebrachten Beamten. Die Behauptungen der GdP seien "unfair", sagte Schönbohm wenig später im Plenarsaal und betonte: "Die Landesregierung lässt sich nicht unter Druck setzen." Er habe einige der Demonstranten zum Gespräch eingeladen. Angesichts des Schuldenberges des Landes seien Einsparungen notwendig, "dazu bekenne ich mich". "Es ist gefordert zu sparen, aber keiner soll es merken - das geht nicht", sagte Schönbohm. Nach Ende des Sparkurses 2012 dürfe es aber kein weiteren Personalabbau geben. Schönbohm räumte ein, dass es einen Beförderungsstau gebe. Damit sei er nicht zufrieden. Zum 1. Juli werde es allerdings 400 Beförderungen geben. Dies sei kein Wahlkampf-Geschenk. Vielmehr würden jährlich zwischen 400 und 450 Beamte befördert. dpa/mb