„Die Polizei hat in der vergangenen Nacht im Rahmen eines abgestuften Maßnahmekataloges die bereits zuvor gebildeten Aufbaustäbe und den Bereitschaftsdienst erweitert“, erläuterte der Minister. „Die Entwicklung ist bedauerlich“, kommentierte er den Kriegsausbruch.

Rund 1500 Jugendliche demonstrierten in Potsdam gegen den Irak-Krieg. Sie zogen am Vormittag mit Trillerpfeifen und Hupen durch die Innenstadt. Auf Transparenten waren Aufschriften wie „Kein Tod am Golf“, „Peace“ und „Wir schweigen nicht, wenn Bomben fallen“ zu lesen. Es war eine der größten Schüler-Demonstrationen in der brandenburgischen Landeshauptstadt seit der Wende. Für den späten Nachmittag und Abend waren weitere Protestveranstaltungen in Altlandsberg, Bernau, Cottbus, Eberswalde, Frankfurt (Oder), Fürstenwalde (Spree) und Potsdam geplant.

Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) nahm die Nachricht vom Kriegsausbruch „mit großer Sorge“ auf. Er bedauere sehr, dass die Anstrengungen der Bundesregierung und vieler anderer Staaten nicht ausgereicht hätten, um die USA und ihre Verbündeten von einer friedlichen Lösung der Irak-Krise zu überzeugen,sagte der SPD-Politiker. Er habe großes Verständnis für die Sorgen in der brandenburgischen Bevölkerung. Die Bürger könnten gewiss sein, dass die Landesregierung alles in ihrer Macht stehende tun werde, um die Sicherheit der Menschen vor Terroranschlägen und deren Folgen zu gewährleisten.

SPD-Fraktionschef Gunter Fritsch erklärte, er halte es für nicht akzeptabel, wenn einzelne mächtige Staaten die Entscheidung über Krieg und Frieden in der Welt in die eigenen Hände nähmen. PDS-Landeschef Rald Christoffers und PDS-Fraktionschef Lothar Bisky sagten, der Irak-Krieg sei ein Angriffskrieg und völkerrechtswidrig.

Eine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung besteht nach Angaben des Innenministeriums nicht. „Es gibt nach wie vor keine konkreten Hinweise auf Gefahren für die Bevölkerung“, sagte Innenminister Schönbohm. „Es handelt sich weiterhin um eine abstrakte Gefahrenlage.“ Aktionen gewaltbereiter Gruppen würden aber nicht ausgeschlossen. Die Nähe zur Bundeshauptstadt müsse in Brandenburg berücksichtigt werden.

Landesbischof Huber ruft zu Friedensgebeten auf

Wolfgang Huber, der evangelische Landesbischof von Berlin-Brandenburg, hat die Gläubigen aufgefordert, die Kirchen zu öffnen, für die Opfer zu beten und Gott um eine schnelle Beendigung des Irak-Konflikts zu bitten. In einem Brief an die Gemeinden erinnerte er am Donnerstag an das Wort des Apostels Paulus: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (Römer 12,21). Die Ursache des Krieges liege allerdings in den Vernichtungswaffen Husseins.

„Mit dem militärischen Angriff auf den Irak sind die Bemühungen um eine politische Lösung des Irakkonfliktes abgebrochen worden“, schreibt Huber. „Tausende Opfer in der Zivilbevölkerung werden zu beklagen sein. Flüchtlingsströme, Hunger, Elend und Not werden dem Bombardement folgen.“ Bei aller Kritik an der Entscheidung der US-Regierung solle jedoch nicht vergessen werden, dass Waffen in der Hand eines Diktators ein „unkalkulierbares Risiko für unsere Welt“ darstellten.

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