Lausitzer Kommunen, in deren Haushalte jahrelang Millionen an Gewerbesteuern von Vattenfall geflossen sind, erhielten vergangene Woche eine Hiobsbotschaft. Nach RUNDSCHAU-Informationen hat der Energiekonzern die Bürgermeister darauf hingewiesen, dass aufgrund der Entwicklung auf dem Strommarkt die Steuern erheblich zurückgehen werden.

Für 2014, so bestätigte ein Amtsinhaber der RUNDSCHAU, seien alle im Voraus an die Kommunen gezahlten Steuerbeträge zurückzuzahlen. Für das laufende Jahr soll es um eine Halbierung der Vorauszahlungen gehen. Und für 2016 bis 2018 sehe die Entwicklung nicht besser aus. Vattenfall wollte sich am Montag nicht zu den Vorgängen äußern.

"Das ist ein Schock", reagierte Trebendorfs Bürgermeisterin Kerstin Antonius (Wählervereinigung) auf die angekündigte Rückzahlungsforderung. Sie war Ende der Woche telefonisch von Vattenfall darüber vorinformiert worden. Einen Anruf habe auch Reinhard Bork (parteilos), Gemeindechef von Schleife, erhalten. Er bezeichnet es als "Schlag ins Kontor". Und der Oberbürgermeister in Weißwasser, Torsten Pötzsch (Klartext), betonte, "dass damit mehrere Millionen Euro verloren gehen werden".

Der Pressesprecher der Stadt Cottbus, Jan Gloßmann, bestätigte die Ankündigung der Rückzahlungsforderung gegenüber der Stadtspitze. Weil Vattenfall 2011 in Deutschland zwei Atomkraftwerke stilllegen musste, hatte Cottbus damals rund zehn Millionen Euro weniger in der Kasse. "Wir können mit unserem Etatentwurf für 2016 von vorn anfangen", sagte Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) mit Blick auf Ausfälle in Millionenhöhe.