(SvD) Lausitzer Autofahrer müssen in diesen Wochen tapfer sein – die Anzeigetafeln der Tanksäulen zeigen unverändert hohe Spritpreise. Die gefallenen Rohölpreise kommen an den Tanksäulen offensichtlich nicht an, monieren Lausitzer Autofahrer. Zumal sie 30 Kilometer entfernt in Polen durchaus günstiger tanken können.

Der Cottbuser Dieter Uhlig verfolgt die Preise sehr genau. Vor sieben Jahren habe das Barrel Rohöl in der Spitze doppelt so viel wie heute gekostet, die Spritpreise aber waren damals nicht doppelt so hoch. Müsse man nun im Umkehrschluss befürchten, dass bei einem Wiederanstieg die Spritpreise auch doppelt in die Höhe schnellen?, fragt Dieter Uhlig.

Die Befürchtung kann der Sprecher des Mineralölwirtschaftsverbandes entschärfen: Es stimme, dass die Preise derzeit fast so hoch wie etwa im Jahr 2011 sind, obwohl der Rohölpreis deutlich niedriger ist, sagt Alexander von Gersdorff. Dazu müsse man allerdings wissen, dass es sich bei Rohöl und bei Mineralölprodukten um zwei getrennte Märkte handele. Öl auf der einen Seite sowie Benzin und Diesel auf der anderen Seite sind unterschiedlichen Preisbildungsfaktoren ausgesetzt.

Die Logistikprobleme wegen Niedrigwasser an Rhein und Main treffen derzeit die Kraftstoff-Seite erheblich. „Die Rohöllieferungen sind dagegen von der angespannten Lage nicht betroffen“, sagt von Gersdorff.

Der größte Teil des Literpreises fließe ohnehin in Steuern, derzeit sind das um die 90 Cent, sagt Alexander von Gersdorff. Öl- und Produktpreis machten zusammen nur 55 Cent. Ums Doppelte würde der Sprit also nie steigen, eher so rund 20 bis 30 Cent.

Entlastungen kommen bei Autofahrern nicht an Spritpreishoch – Frust an Lausitzer Tanksäulen

Cottbus