Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon sagte am Freitag, der Sieg stelle sich keineswegs von selbst ein. „Die Iraker wehren sich.“ Widerstand gebe es vor allem in der südirakischen Hafenstadt Umm el Kasr. Die Briten sollen einen Teil der Halbinsel Fao, die der Hafenstadt Basra vorgelagert ist, eingenommen haben. Über die Situation gab es unterschiedliche Berichte.

Die iranische Nachrichtenagentur IRNA meldete, dass es keine Anzeichen von einer Kapitulation der Verteidiger gebe. Die Halbinsel gilt als besonders kriegswichtig, weil dort viele Ölfelder liegen. Auf dem Vormarsch im Süden Iraks haben britische Truppen zahlreiche Iraker gefangen genommen. Der US-Nachrichtensender CNN zeigte Bilder der irakischen Soldaten, die mit gefesselten Händen in einer langen Reihe aufgestellt waren. Auch irakische Zivilisten ergaben sich mit weißen Fahnen.

Amerikanische Bodentruppen legten weit vorgeschoben auf dem Weg nach Bagdad am Freitagmorgen eine Pause ein. CNN zeigte Bilder vom Auftanken der Panzer und anderer Fahrzeuge. Militärbeobachter meinen, dass sich der irakische Präsident Saddam Hussein auf die Verteidigung der Hauptstadt Bagdad konzentriert. Nicht bestätigt wurden Berichte des arabischen TV-Senders El Dschasira, wonach die Halbinsel Fao bereits eingenommen sei.

Aus dem Nordirak wurde über Luftangriffe auf die zweitgrößte Stadt des Landes, Mosul, berichtet. El Dschasira meldete mehrere größere Explosionen. In der Hauptstadt Bagdad herrschte am Freitagmorgen relative Ruhe, nachdem die Stadt in der Nacht erneut mit mehreren Marschflugkörpern angegriffen worden war.

Hubschrauber verloren

Unterdessen haben die Briten und Amerikaner einen ersten Verlust erlitten. Beim Absturz eines US-Militärhubschraubers in der kuwaitischen Wüste kamen nach offiziellen britischen Angaben acht Briten und vier Amerikaner ums Leben. Der Hubschrauber vom Typ CH-46 Sea Knight sei nicht durch feindlichen Beschuss abgestürzt, sagte ein Sprecher der britischen Elite-Einheit Royal Marines im britischen Fernsehen. Andere Quellen behaupten, der Hubschrauber sei abgeschossen worden.

Auf Ziele in und um die Hauptstadt Bagdad wurden in der Nacht erneut mehrere Dutzend Marschflugkörper abgefeuert, berichtete CNN. Dabei soll es insgesamt 36 Verletzte gegeben haben. Am Morgen herrschte nach Augenzeugenberichten relative Normalität in der Stadt. Einige Geschäfte waren geöffnet.

Im Norden des Iraks wurden offenbar noch keine größeren amerikanischen Bodenverbände eingesetzt. Auf die zweitgrößte irakische Stadt Mosul wurden mehrere Luftangriffe geflogen. El Dschasira berichtete von einer Serie von Explosionen.

Unter Berufung auf die kuwaitische Nationalgarde meldete CNN, dass 15 Ölquellen im Irak direkt nördlich der Grenze zu Kuwait brennen. Der Sender zeigte Bilder von dunklem Rauch über dem Nordrand von Kuwait-Stadt.

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