Wer jetzt noch einen Termin für das Schnapszahl-Datum will, geht vielerorts leer aus: Viele Standesämter waren nach eigenen Angaben schon vor Monaten ausgebucht, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dapd ergab.

In den Terminkalendern der Berliner Standesämter sieht es vielerorts gleich aus: Sie platzen aus allen Nähten. Im Stadtbezirk Mitte sind 30 Trauungen vorgesehen, wie Standesbeamtin Elke Lätzsch berichtet. Sechs Standesbeamte, drei Trauzimmer im Standesamt und zusätzlich unter anderem noch der Französische Dom, das Märkische Museum und der Palais am Festungsgraben seien notwendig, um die Flut an Hochzeitspaaren zu bewältigen.

An einem gewöhnlichen Mittwoch gebe es zehn standesamtliche Hochzeiten. "Vor zwei Monaten waren die Termine für den 12.12. schon komplett ausgebucht", sagt Lätzsch.

In Charlottenburg-Wilmersdorf sieht es ähnlich aus. 34 Trauungen stehen dort auf dem Plan, normalerweise seien es 13 an einem Mittwoch, sagt Standesbeamtin Sabine Baier. Sie weiß von vergangenen Schnapszahl-Tagen: "Irgendwann hängt die Zunge am Boden."

Im Stadtbezirk Neukölln werden 28 Paare getraut, wie eine Standesbeamtin sagte. Außergewöhnliche Wünsche gebe es keine. "Vielen kommt es vor allem auf die Zahl an, ansonsten gibt es das Standardprogramm."

In Marzahn-Hellersdorf sind dem dortigen Standesamt zufolge zwölf Hochzeiten geplant, an einem gewöhnlichen Tag seien es acht. Etwas weniger Ansturm ist dagegen in einigen Städten Brandenburgs zu erwarten.

In Potsdam werden acht Paare getraut, wie der Pressesprecher der Landeshauptstadt, Jan Brunzlow, sagt. Das seien zwar viermal so viel wie an einem gewöhnlichen Tag im Dezember. Dennoch sei die Zahl der Trauungen an Schnapszahl-Tagen rückläufig. Am 11.11.2011 wurden in Potsdam 16 Ehen geschlossen, am 8.8.2008 waren es noch 21.

Brunzlow zufolge spielen bei den Schnapszahl-Tagen die Jahreszeiten eine große Rolle. "Je näher die Schnapszahl an den Sommer heranreicht, umso begehrter ist ein Datum." Klassische Heiratszeit seien die Monate von Mai bis September, ergänzt er.

In Frankfurt (Oder) gibt es der Standesbeamtin Heike Ehresmann zufolge am kommenden Mittwoch sechs Eheschließungen. "Es ist kein Ansturm, aber üblicherweise gibt es an einem Mittwoch nur eine oder zwei Trauungen", sagt sie.