Zudem wolle sie dem Bundeskabinett bis Anfang 2006 die Eckpunkte für das geplante Elterngeld vorlegen. "Ich will die Entscheidung für Kinder erleichtern und die wirtschaftliche Sicherheit für Familien stärken", sagte sie.
Auch Bundeskanzler Gerh ard Schröder (SPD) befürworte die Einführung des Elterngeldes anstelle des bisherigen Erziehungsgeldes. Beim Elterngeld solle dem Elternteil, der ein Kind zu Hause betreut, rund zwei Drittel seiner bisherigen Bezüge ein Jahr lang weitergezahlt werden. Die Ministerin kündigte die Einführung von Einkommensobergrenzen, aber auch eines Sockelbetrags für Mütter oder Väter an, die vor der Geburt des Kindes nicht erwerbstätig waren. Eine Teilzeitbeschäftigung solle ebenfalls möglich sein. "Das Elterngeld wird den bisherigen Lebensstandard sichern und Armut verhindern", sagte Schmidt. Pläne für die Finanzierung gebe es aber bislang nicht .
Die Familienministerin möchte zudem eine stärkere Vereinbarkeit von Familie und Beruf erreichen. Dazu sollten bis 2010 rund 230 000 neue Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren in Kinderkrippen oder bei Tagesmüttern geschaffen werden.
Indes hat das Gesundheitsministerium Vorschläge für eine teilweise Kopplung der Renten an die Zahl der Kinder abgelehnt. Dies sei mit dem lohn- und beitragsbezogenen Rentensystem nicht zu vereinbaren, erklärte eine Sprecherin des Ministeriums. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hatte vorgeschlagen, nur 45 Prozent der Rentensumme beitragsbezogen und die übrigen 55 Prozent abhängig von der Kinderzahl auszuzahlen. Zur Begründung erklärte das Kölner IW, Kinderlose hätten keine Erziehungskosten zu tragen und könnten darum Kapital für eine ergänzende Altersvorsorge ansparen. Das Ministerium verwies dagegen auf die Rentenreform von 2002, die eine eigenständige Altersvorsorge von Frauen erheblich verbessert habe. Die Reform sieht unter anderem zusätzliche Rentenpunkte für Mütter mit mehreren Kindern vor, die deshalb nicht arbeiten können. Zud em werden Kindererziehungszeiten für alle Geburten ab 1992 angerechnet.
Das IW argumentierte, bei den derzeitigen Modellen stiegen die Beitragssätze, während sich alle Rentner auf langsamer steigende Bezüge einstellen müssten. "Auch Familien mit Kindern müssen die Suppe auslöffeln, die ihnen andere durch Kinderlosigkeit eingebrockt haben." Eine Kopplung der Rente an die Kinderzahl sorge dagegen für einen Ausgleich. (dpa/kr)