Auch Linke-Spitzenkandidat Bodo Ramelow und SPD-Chef Christoph Matschie wollen endlich vorrangig über die Probleme des Landes debattieren und nicht mehr über die Folgen des schweren Skiunfalls von Althaus am Neujahrstag.

Dafür müssen für Ramelow jedoch bis zur Landtagswahl am 30. August die Spielregeln eingehalten werden. Als Privatmann solle Althaus, der am vergangenen Mittwoch zur ambulanten Behandlung in seinen Heimatort Heiligenstadt zurückgekehrt ist, „seine Haustüre schließen“. Wenn er sich aber weiterhin wie zuletzt im „Bild“-Interview in den Wahlkampf einschalte, dann „muss er die Verantwortung übernehmen, die mit dem Amt verbunden ist, und kann sich nicht mit Krankheit oder Genesung herausreden“.

Dieser Ansicht ist auch Matschie: „Die Verantwortlichkeiten müssen klar sein, sonst geht es drunter und drüber.“ Diese eindeutigen Verhältnisse sieht Mohring bereits hergestellt. Für ihn gilt die Zusage von Althaus, nach Ostern, spätestens Anfang Mai wieder an seinem Schreibtisch zu sitzen. „Bis dahin wird er sich auf seine völlige Genesung konzen trieren.“ In der Zwischenzeit führe Stellvertreterin Birgit Diezel weiterhin die Geschäfte.

Diese Aufgabenverteilung hat für Mohring in den vergangenen Wochen gut funktioniert: „Wir haben abgearbeitet, was wir vor Weihnachten 2008 für die letzten Monate der Legislaturperiode festgelegt hatten, und das Kabinett hat sich sehr erfolgreich unvorhersehbaren Aufgaben wie dem Konjunkturpaket gestellt.“

Das sieht die Opposition anders. Die Politik der Landesregierung sei gekennzeichnet „von einem riesengroßen Burn-out-Syndrom“, so Ramelow. Für Matschie hat sich die Auszeit Althaus' kaum auf die Landespolitik ausgewirkt. „Viele Probleme sind schon seit Jahren liegen geblieben.“ Er glaube, Althaus werde die aufgeschobenen Probleme nicht mehr lösen können, unabhängig davon, wann er zurückkommt. Einig sind sich die Parteien, den Unfall nicht zum Wahlkampfthema zu machen. Mohring weist den Vorwurf zurück, die CDU setze auf einen Mitleid-Bonus. Nach seiner Einschätzung haben die Wähler ein gutes Gespür dafür, dass sich der Unfall nicht als Wahlkampfthema eignet. Deshalb geht er davon aus, dass sich kein Wahlkämpfer „auf dieses Glatteis begeben wird“.