Im alten Potsdamer Landtag auf dem Brauhausberg wird es allmählich ernst - der Umzug in das neu entstandene Schloss im Stadtzentrum steht bevor. An diesem Donnerstag erhält Landtagspräsident Gunter Fritsch symbolisch den Schlüssel.

Das Finanzministerium als Bauherr des rund 120 Millionen Euro teuren Projektes übergibt mit dem festlichen Akt das Haus an den künftigen Mieter. In einem dreimonatigen Probebetrieb werde der Parlamentsneubau jetzt noch auf Herz und Nieren geprüft, sagt die Sprecherin des Ministeriums.

Mit einem großen Fest wird das Parlament am 18. und 19. Januar 2014 offiziell eröffnet. Nach mehr als vier Jahren ist der Bau dann fertig. Einige Restarbeiten sind jedoch zuvor noch erforderlich. Maler müssen hier und da noch einmal überstreichen und Techniker die Akustik sowie Heizung- und Lüftungsanlage prüfen. 120 Mitarbeiter der Landtagsverwaltung, 88 Abgeordnete und etwa 100 Fraktionsmitarbeiter müssen nun herunter vom Brauhauberg in das Stadtschloss ziehen.

"Eile ist aber nicht notwendig", sagte Hartmut Mangold, Abteilungsleiter Verwaltung in der Landtagsverwaltung. Er ist zuständig für den Umzug, der zwischen dem 13. und 17. Dezember geplant ist. "Im Prinzip sollen alle nur mit der Aktentasche umziehen", sagt Mangold. Aktenordner und Bilder werden in Umzugskisten verpackt. Pro Person rechnet er mit etwa zehn Kartons - mal mehr, mal weniger. "Jeder bekommt so viele, wie er haben will", besänftigt er Sorgen zu einem möglicherweise beschränkten Kontingent.

Ab Mitte Oktober werden die Möbel für die rund 380 Büros erwartet. Stühle, Tische, Sideboards und Regale müssen zusammengeschraubt und aufgebaut werden. Dann werden neue Computer und die Telefonanlage installiert und in Betrieb genommen. Auf dem Brauhausberg werden unterdessen in der Zwischenzeit Dinge aussortiert, die sich in gut 20 Jahren angesammelt haben. Große Müllcontainer stehen schon auf dem Gelände, um gefüllt zu werden. Die eigene Kaffeetasse, die Büropflanze, Locher, Stifte oder der eine oder andere private Schreibtischschmuck werden am Ende in den beschrifteten Kartons verpackt.

Noch laufen nach Angaben der Landtagsverwaltung die Ausschreibungen für die Umzugsfirmen, deren Mitarbeiter die Kisten in die neuen Büros transportieren werden. "Dort muss dann nur noch ausgepackt werden", erklärt Mangold die Vorgehensweise. Hängen erst wieder die Bilder, können sich alle schnell heimisch fühlen im Neubau des einstigen Schlosses von Preußenkönig Friedrich II. von Hohenzollern.