Die Stärken der Braunkohle seien Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit, heißt es in einer Expertise des Wirtschaftsforschungsinstitutes Prognos, die am Dienstag in Cottbus vorgestellt wurde. Der Energiekonzern Vattenfall Europe und die Mitteldeutsche Braunkohlen AG (Mibrag) hatten sie in Auftrag gegeben. Demnach lässt sich der Klimaschutz langfristig durch die CCS-Technik zum Verpressen des abgetrennten Kohlendioxids bei der Stromerzeugung erreichen. Zugleich habe die Braunkohlenindustrie das Potenzial, über Jahrzehnte mit Milliarden-Investitionen und Zehntausenden Arbeitsplätzen die ostdeutsche Wirtschaft zu stärken.

Der Brandenburger Umweltverband Grüne Liga kritisierte die Studie als „Verzweiflungstat des Stromkonzerns“. Am schrittweisen Ausstieg aus der Braunkohle werde kein Weg vorbeiführen, hieß es. Mit einem möglichen Scheitern der CCS-Technik in Deutschland setze sich die Studie nicht auseinander, bemängelte der Kohleexperte René Schuster.

Wolfgang Neskovic, Abgeordneter der Linkspartei und Justiziar der Bundestagsfraktion, sprach von einem „verzweifelten Versuch von Vattenfall und Mibrag, bezahlte Schützenhilfe durch externe Stellen zu erhalten“. Auch von Greenpeace kam Kritik. „Die von Vattenfall finanzierte Studie ist ein peinlicher Schachzug, mit dem der Konzern sein angestaubtes Geschäftsmodell über die Runden bringen will“, so Anika Peters, Energie-Expertin der Umweltschutzorganisation.

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