In Nordrhein-Westfalen, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern traten nach Angaben der Gewerkschaft Verdi am Donnerstag erneut zahlreiche Schleusenwärter in den Ausstand. Allein im Ruhrgebiet lagen mehr als 80 Binnenschiffe fest. In den drei östlichen Ländern waren auch viele Ausflugsboote und Freizeitschiffer betroffen.

Bundesweit wird bereits seit knapp drei Wochen in verschiedenen Regionen gestreikt. Anlass sind Umbaupläne der Bundesregierung für die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Die Gewerkschaft Verdi befürchtet, dass dabei ein Viertel der insgesamt 12 000 Stellen wegfallen könnte. Verdi will die Beschäftigten mit dem Abschluss eines Tarifvertrags schützen.

Das Bundesverkehrsministerium blieb bei seiner Position: Minister Peter Ramsauer (CSU) habe den Beschäftigten unter anderem zugesagt, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen und keine finanziellen Nachteile geben werde. Verdi will dies in einem rechtsverbindlichen Vertrag festschreiben.

In Berlin und Brandenburg sollen die Streiks noch bis Samstag andauern. Nach einer einwöchigen Streikpause seien dann aber weitere Arbeitsniederlegungen möglich. Der internationale Kreuzfahrtverband CLIA forderte ein sofortiges Ende der Streiks. Der Verband habe Verständnis für die Rechte der Mitarbeiter, der Ausstand schade aber ausschließlich Unbeteiligten.