Jahrhunderts, die aus Neisse, dem heutigen Nysa in Polen, stammen, teilte das Museum der Stadt gestern mit.
Der südwestlich von Opole (Oppeln) an der tschechischen Grenze gelegene Ort avancierte im Mittelalter zu einem Zentrum der Goldschmiedekunst. Rund 50 Exponate, darunter Abendmahlskelche, Monstranzen, Reliquiare und Messgewänder, sind bis 16. Februar im Haus zum Goldenen Baum am Görlitzer Untermarkt zu sehen. Der Schatz der Jakobuskirche in Neisse gilt als einer der prächtigsten in Schlesien.
Der Ort war einst Hauptstadt des Bistumslandes der Bischöfe von Breslau und nach der Reformation deren Hauptresidenz. Unter diesem Einfluss stieg Neisse zu einem geistlichen und kulturellen Zentrum auf und entwickelte sich zu einem schlesischen Rom. Der Beginn der Schlesischen Kriege 1740 markierte das Ende der Blüte. Einen Großteil der Kunstschätze hatte der letzte deutsche Pfarrer vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges in der Jakobuskirche einmauern lassen.
Mitte der fünfziger Jahre holte sein Nachfolger sie wieder ans Licht. Als Zeichen der Aussöhnung werden die Kostbarkeiten jetzt für kurze Zeit in Deutschland gezeigt. Vor der Präsentation in Görlitz waren sie bereits im Dom-Museum Hildesheim und im Haus Schlesien in Königswinter zu sehen. Im neu ausgebauten Glockenturm der Jakobuskirche in Neisse sollen die Schätze künftig dauerhaft zu sehen sein. Internet: www.schlesisches-museum.de