Auch die Gesamtzahl der mehr als 55 Jahre alten Arbeitslosen hat binnen eines Jahres zugelegt. Im November 2011 gab es rund 514 000 Erwerbslose in dieser Altersgruppe. Jetzt sind es 534 000 und damit 3,8 Prozent mehr. Dagegen legte die Arbeitslosigkeit insgesamt im Vorjahresvergleich nur um 1,4 Prozent zu.

"Bei den Zahlen haben wir es auch mit einer demografischen Verschiebung zu tun. So wie die Belegschaften in den Betrieben altern, so altern auch die Arbeitslosen", erklärte eine Sprecherin der Bundesagentur der RUNDSCHAU. Tatsache sei allerdings auch, dass der Arbeitsmarkt für Ältere sehr schwierig sei. "Es profitieren diejenigen Älteren, die noch in Beschäftigung sind, weil Unternehmen länger an ihnen festhalten als früher. Aber die Älteren, die arbeitslos geworden sind, haben schlechtere Chancen wieder in Arbeit zu kommen", so die Sprecherin.

Die vom Gesetzgeber vor Jahren beschlossene Verkürzung der Anspruchsdauer auf Arbeitslosengeld I spiele bei der Statistik ebenfalls eine Rolle. Bis Anfang 2006 konnten Ältere bis zu 32 Monate Arbeitslosengeld I beziehen. Inzwischen sind es nur noch maximal 24 Monate. Danach greift im Bedarfsfall die Grundsicherung. Dabei belegen die Daten auch, dass es vielen Menschen gelingt, die staatliche Alimentierung hinter sich zu lassen. Zwischen November 2010 und November 2012 ging die Zahl der arbeitslosen Hartz-IV-Bezieher um fast sieben Prozent zurück. Doch offenkundig betraf das nur Jüngere. "Ältere Arbeitslose sind nach wie vor die großen Verlierer am Arbeitsmarkt", kritisierte die Sozialexpertin der Linken, Sabine Zimmermann.

Dabei sei das Ausmaß ihrer Arbeitslosigkeit noch stark unterzeichnet. Entsprechend einer gesetzlichen Regelung würden fast 118 000 Hartz-IV-Empfänger im Alter von mehr als 58 Jahren nicht mehr als arbeitslos gezählt, weil sie von den Jobcentern ein Jahr lang kein Angebot bekommen hätten.