Die Schlange hinter Ihnen muss warten, weil die Verkäuferin Ihren Einkaufswagen nach Nichterlaubtem inspiziert. Als Rückgeld erhalten Sie Bonbons, weil man Ihnen nichts Bares auszahlen darf.
Oder stellen Sie sich vor, Sie wollen mit Freunden einen Ausflug in den Spreewald machen. Das geht aber nur mit vorher beantragter behördlicher Genehmigung, weil Sie ohne diese Ihren Heimatkreis nicht verlassen dürfen. So einfach ist das nicht vorstellbar„ Aber es ist Alltag von Asylbewerbern in Deutschland. Diskriminierender Alltag und erlebter Rassismus.
Diskriminierung laut Gesetz und durch Behörden kann fatale Signale setzen und beeinflusst die Einstellung gegenüber Fremden. Vorurteile und Ablehnung können für Ausländer lebensgefährlich werden, weil auch vor Gewalt nicht zurückgeschreckt wird.
Brandenburg kann es sich nicht leisten, das so hinzunehmen. Zum Glück gibt es auch gute Signale. So die Stadt Potsdam, die als erste in Brandenburg für alle Asylbewerber Bargeldleistungen eingeführt hat. Asylbewerber können dort nun einkaufen wie alle. Und Cottbus: Die Asylbewerber leben vorwiegend in Wohnungen quer durch die Stadt wie alle anderen Menschen auch. Und sie erhalten Bargeld.
Wenn Behörden Zeichen gegen Diskriminierung und Rassismus setzen können, dann kann das auch jeder einzelne Bürger. Vielleicht ist der heutige Antirassismus-Tag Anlass, darüber nachzudenken“
(Die Autorin ist Mitglied des Vorstandes des Aktionsbündnisses gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit.)