Mit dem geplanten Umzug des gemeinsamen Polizei-Zentrums wollen Deutschland und Polen schlagkräftiger gegen Grenzkriminalität vorgehen. Noch für Juni sei ein Termin zur Vorstellung eines neuen Standorts geplant, sagte Regierungssprecher Florian Engels in Frankfurt (Oder). Dazu werde Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) als Koordinator für die deutsch-polnische Zusammenarbeit erwartet. Seit 2007 hat das Zentrum der deutsch-polnischen Zusammenarbeit von Polizei und Zoll in Swiecko auf polnischer Seite am ehemaligen Grenzübergang seinen Sitz.

„Ein wichtiges Signal an die Frankfurter ist, dass das gemeinsame Polizeizentrum ein neues Domizil erhalten wird und damit der partnerschaftliche Kampf beider Länder gegen grenzüberschreitende Kriminalität noch effektiver organisiert werden kann“, erklärte Woidke in einer Mitteilung.

Nach Angaben des Innenministeriums sind die Abstimmungen zwischen der deutschen und polnischen Seite auf einem guten Weg. Woidke habe dazu bereits Gespräche geführt. Über einen neuen Standort wird schon länger nachgedacht. Das jetzige Gebäude hat Baumängel.

Die Kriminalität in den 24 brandenburgischen Gemeinden entlang der deutsch-polnischen Grenze war nach Angaben aus der Kriminalitätsstatistik von Brandenburg 2018 erstmals seit 2013 wieder gestiegen. Im Jahr 2018 wurden in den Grenzgemeinden insgesamt 18 618 Straftaten gezählt. Ein Jahr zuvor waren es noch 17 766 Fälle, das entspricht einem Anstieg von knapp fünf Prozent.

Deutschland und Polen arbeiten an Oder und Neiße schon länger intensiv zusammen. Rund 680 000 Euro, davon 90 Prozent aus dem EU-Fonds zur Stärkung der inneren Sicherheit, stehen derzeit  zur Verfügung, um in der deutsch-polnischen Grenzregion mehr Präsenz zu zeigen. „Unsere Kooperation ist schon jetzt beispiellos im Vergleich zu anderen deutschen Grenzregionen“, sagte Michael Brall, Vizepräsident der Bundespolizeidirektion Berlin. „Die zunehmende Kriminalität stellt uns allerdings immer wieder vor neue Herausforderungen, auf die wir reagieren müssen.“