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Schlag gegen die Schuh-Piraten

Sieht aus wie ein Paar Kult-Turnschuhe, ist aber eine billige Fälschung. Der Zoll an den Berliner Flughäfen hat dieses nachgemachte Markenprodukte und viele andere Waren in Schönefeld (Dahme-Spreewald) gezeigt.
Sieht aus wie ein Paar Kult-Turnschuhe, ist aber eine billige Fälschung. Der Zoll an den Berliner Flughäfen hat dieses nachgemachte Markenprodukte und viele andere Waren in Schönefeld (Dahme-Spreewald) gezeigt. FOTO: Bodo Baumert
Berlin. Dem Zoll an den Berliner Flughäfen ist ein Schlag gegen Produktpiraten aus Fernost gelungen. Wie der Leiter der Zollbehörde, Christian Böhm, der RUNDSCHAU sagte, entdeckten Beamten rund 900 Paar Kult-Turnschuhe. Und gefälscht wird noch viel mehr. Bodo Baumert

In einer Frachtlieferung haben Zoll-Beamte in der vergangenen Woche an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld rund 900 Paar Kult-Turnschuhe gefunden. Damit war den Beamten nach Angaben des Leiters der Zollbehörde, Christian Böhm, "ein großer Schlag gegen Produktpiraten aus Fernost" gelungen.

Die Schuhe, von Adidas gemeinsam mit Rapper Kayne West produziert, sind nur in einer limitierten Auflage erschienen und haben bei Fans Kultstatus. Bis zu 600 Euro werden für ein Paar bei Auktionen im Internet geboten. "Wir haben die Schuhe zur Prüfung an Adidas geschickt. Die waren begeistert über unseren Fund", berichtet Böhm.

Der Chef der Airport-Zollbehörde sagte der RUNDSCHAU weiter, dass alles, was gefälscht werden kann, auch gefälscht werde. Sobald ein neuer Disney-Film auf dem Markt ist, würden kurz darauf die gefälschten Merchandising-Artikel bei den Zollbeamten in Berlin landen. Das neueste Apple-iPhone habe Böhm schon kurz nach der Präsentation in der Hand gehalten - natürlich war auch das Smartphone gefälscht.

Christian Böhm erläutert: "Die Gewinnspannen für die Fälscher sind enorm - größer als beim Rauschgift." Deshalb würden grundsätzlich alle Arzneimittelsendungen an den Berliner Flughäfen kontrolliert. Wenn etwa der Empfänger nicht bekannt sei, "prüfen wir genau". Böhm verweist darauf, dass Proben an die Hersteller geschickt würden, um überprüfen zu lassen, was wirklich in den scheinbar echten Medikamenten enthalten ist.