Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt haben am Dienstag fünf Verdächtige in Freital verhaften lassen. Es handelt sich um vier Männer im Alter von 18 bis 39 Jahren und eine 27-jährige Frau. Sie stehen im Verdacht, zusammen mit Komplizen die rechtsterroristische "Gruppe Freital" gegründet und Asylbewerberheime sowie Wohnungen von Gegnern angegriffen zu haben. Vorgeworfen wird ihnen versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung.

Spezialeinheiten der Bundespolizei durchsuchten mehrere Wohnungen und andere Räumlichkeiten in Sachsen, teilt die Bundesanwaltschaft Karlsruhe mit. Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg bewertet die Schritte der Ermittlungen als "sehr positiv". Die Gefahren müssten konsequent verfolgt werden. "In unserer Stadt ist kein Platz für extremistische Straftäter", sagt er.

Dass die Existenz einer rechten Szene in Freital aber schon seit Jahren bekannt ist, betont Steffi Brachtel von der Organisation für Weltoffenheit und Toleranz Freital gegenüber der Rundschau. "Wir weisen immer wieder und lautstark auf das Problem in unserer Stadt hin", sagt Brachtel. Zu lange hätten die Behörden zugeschaut.

Mitglieder ihrer Organisation seien selber von der sogenannten Bürgerwehr attackiert worden. So wurde der Briefkasten einer Unterstützerin gesprengt und Morddrohungen per Telefon ausgesprochen. "Es ist wichtig, dass solche Vereinigungen nun ernsthaft verfolgt werden", sagt Steffi Brachtel.

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