Die Zahl der von Wölfen gerissenen Weidetiere habe sich 2016 gegenüber dem Vorjahr auf etwa 300 verdoppelt. Bauern- und Jagdverbände fordern daher eine Lockerung des Artenschutzes und die Genehmigung für Abschüsse von Wölfen, die Weidetiere reißen.

Denn seit der ersten Ansiedlung eines Wolfspaares in Südbrandenburg im Jahr 2007 ist die Zahl der Wölfe in der Mark auf knapp 200 Tiere angewachsen. Nach Angaben des Umweltministeriums streifen mittlerweile mindestens 21 Wolfsrudel durchs Land, hinzu kämen zwei Wolfspaare.

Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) nahm in Dolgelin (Märkisch-Oderland) an einer Wolfswache teil. Der Minister hat bereits einen Antrag in die Agrarministerkonferenz eingebracht, den Schutzstatus für Wölfe zu lockern. Doch aus Sicht von Jung reicht das nicht aus. "Wir brauchen eine Wolfsverordnung, die den Abschuss von Wölfen erlaubt, die eine Gefahr darstellen", sagte er.

"Wenn Wölfe sich auf weniger als eintausend Metern einem Dorf nähern, muss geschossen werden dürfen", fordert bei der Wolfswache in Guhrow der Bio-Bauer Marcus Schilka.

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