Mehrere Hundert Bewohner geraten aneinander. Ausgangspunkt: eine Rempelei bei der Essenausgabe. Wachleute und 120 Polizisten schreiten ein, es gibt rund 20 Festnahmen. In einem Heim im Berlin-Spandau werfen Flüchtlinge am Samstag mit Stühlen, zerstören Fenster und sprühen aus Feuerlöschern. 500 Bewohner rennen in Panik aus dem Gebäude. Sieben Menschen werden verletzt. 80 Polizisten waren im Einsatz.

Prävention: In den Flüchtlingsheimen sind Dutzende Wachleute, Integrationslotsen und Sozialarbeiter im Einsatz. Sie unterstützen die Flüchtlinge durch Begleitung zu Behörden, Schulen, Ärzten und Beratungseinrichtungen. Es gibt ein umfassendes Angebot von Integrationshilfen und Sprachkursen. Die Kampagne "Arrivo Berlin" von Senat und privaten Firmen soll die Vermittlung von Praktika und Ausbildungsplätzen erleichtern.

Sachsen: In Sachsen kam es wiederholt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen in Flüchtlingsunterkünften. Auf dem Leipziger Messegelände geraten am 24. September 200 Syrer und Afghanen aneinander. Im Flüchtlingsheim in Heidenau prügeln sich Ende August Bewohner aus mehreren Ländern. In einem Zeltlager in Dresden werden Anfang August bei einer Prügelei von jeweils 50 Syrern und Afghanen acht Menschen verletzt.

Prävention: Auslöser sind laut Innenministerium meist Bagatellen. Angebote wie Deutschkurse oder Sport sollen Lagerkoller verhindern. Die Landesregierung strebt einen Betreuungsschlüssel von 1:12 an. Heißt: Auf einen Betreuer kommen zwölf Flüchtlinge. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) als Betreiber der meisten Erstaufnahme-Einrichtungen in Sachsen hat mit einem "Rat der Nationen" gute Erfahrungen gemacht. Ihm gehören Vertreter aller dort lebenden Ethnien an.

Sachsen-Anhalt: In einer Flüchtlingsunterkunft in Klietz im Kreis Stendal gibt es am 26. Oktober eine Auseinandersetzung zwischen 100 Bewohnern. Einen Monat später kommt es in derselben Einrichtung erneut zum Streit. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Prävention: Die Kommunen versuchen die Flüchtlinge zumeist dezentral unterzubringen. Mehrere Landkreise verzichten komplett auf Heime.