Erstmals in der Geschichte Brandenburgs hatte die CDU am 22. September neun von zehn Brandenburger Direktmandaten gewonnen und ihr Ergebnis im Vergleich zu den Wahlen 2009 um 11,2 Prozent verbessert. "Ein Novum ist, dass durch unser gutes Abschneiden ein Überhangmandat für die anderen entstanden ist", sagte Schierack. "Die SPD könnte sich eigentlich dafür bei uns bedanken." Im Bundesvorstand der CDU ist Schierack als Landesvorsitzender nur kooptiertes Mitglied ohne Stimmrecht, nachdem der Kandidat der Brandenburger CDU für eine Mitgliedschaft in diesem Gremium, der Fraktionsvorsitzende Dieter Dombrowski, bei den Wahlen auf dem letzten Bundesparteitag vor einem Jahr gescheitert war. "Ich hoffe, dass es in einem Jahr ein für Brandenburg besseres Ergebnis gibt", so Schierack. Auch im neuen Bundestag sollte die Brandenburger CDU neben dem europapolitischen Sprecher Michael Stübgen mindestens einen weiteren Sprecherposten erhalten, nachdem die bisherige rechtspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, die Brandenburger Abgeordnete Andrea Vosshoff, dem neuen Bundestag nicht wieder angehören wird.

In Brandenburg, wo die CDU bei den Landtagswahlen im kommenden Herbst deutlich zulegen und Rot-Rot ablösen will, stehen in den kommenden Wochen gleich mehrere Richtungsentscheidungen für die Christdemokraten an: Am 19. Oktober soll bei einem Landesparteitag in Potsdam der Landesvorstand neu gewählt werden, am 30. November soll auf einer Landesvertreterversammlung die Landesliste für die Landtagswahlen 2014 aufgestellt werden. Bislang hat nur die Abgeordnete Beate Blechinger (CDU) angekündigt, dort nicht mehr zu kandidieren. Fast alle übrigen Landtagsabgeordneten der heute 19-köpfigen Fraktion haben sich dagegen bereits in ihren Kreisverbänden als Direktkandidaten aufstellen lassen, was für eine hohe personelle Kontinuität auch auf der Landesliste spricht. Die Partei befindet sich im ruhigen Fahrwasser des Erfolgs, verglichen mit den Querelen der letzten Jahre.

Auch die Neuwahl des Landesvorstands dürfte deswegen eher zu einer relativ eindrücklichen Wiederwahl geraten. "Die Bundestagswahl und der Erfolg von Angela Merkel haben gezeigt, dass Menschen die CDU wählen, wenn ihr Personal überzeugend ist", sagte Schierack. "Die Menschen haben gemerkt: Wir haben in Brandenburg mit der CDU eine Alternative zur SPD."