Mai um den Topposten im Élyséepalast. Macron lag laut France 2 mit knapp 24 Prozent vor Le Pen mit knapp Prozent. Die Hochrechnung von TF1 gab die gleichen Werte für die Kandidaten an. Die 48-jährige Le Pen schnitt damit wesentlich besser ab als vor fünf Jahren, als sie im ersten Wahlgang 17,9 Prozent der Stimmen geholt hatte. Das gute Ergebnis Le Pens ist für viele Franzosen und Europäer ein Schock. Die FN-Chefin will die Euro-Währung in Frankreich abschaffen und ihre Mitbürger über die EU-Mitgliedschaft abstimmen lassen.

Der entscheidende zweite Wahlgang am 7. Mai dürfte damit auch zu einer Abstimmung über Europa werden. Macron, Chef der politischen Bewegung "Auf dem Weg", ist europafreundlich eingestellt. Der Linkspolitiker Jean-Luc Mé len chon erreichte laut den Sendern knapp 20 Prozent ebenso wie sein konservativer Widersacher François Fillon.

Ein Sieg Le Pens in der Stichwahl in zwei Wochen wäre nach dem Brexit-Votum und dem Triumph von Donald Trump in den USA der dritte große Erfolg von nationalistischen Populisten. Etwa 47 Millionen Franzosen waren zur Wahl des Nachfolgers von Präsident François Hollande aufgerufen. Insgesamt wollten elf Kandidaten den Sozialisten beerben. Hollande hatte sich nicht mehr für eine weitere Amtszeit beworben. Der französische Staatschef hat große Machtbefugnisse. Politik Seite 7