Anschließend hieß es im Außenministerium: "Er arbeitet unvermindert an der Lösung des Falles weiter." Weitere Informationen gab es nicht.
Hannelore Marianne K., die mit einem Iraker verheiratet ist, und ihr Sohn sind seit dem 6. Februar in der Gewalt von Geiselnehmern. Die Täter hatten in einer Video-Botschaft mit der Ermordung der Geiseln gedroht und die Bundesregierung aufgefordert, die Bundeswehr aus Afghanistan abzuziehen. Die Gruppe, die sich "Brigade der Pfeile der Rechtschaffenheit" nennt, setzte ein Ultimatum, das gestern abgelaufen ist.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte kurz vor dem Ablaufen der Frist nach einem Treffen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Romano Prodi in Rom ein Nachgeben ausgeschlossen: "Wir können uns nicht erpressen lassen von Leuten, die so Schreckliches mit anderen Menschen machen."
Der frühere Leiter des Krisenstabes im Auswärtigen Amt, Jürgen Chrobog, warb um Verständnis für die Haltung der Bundesregierung in dem Entführungsfall. Auch wenn die Geiseln in großer Gefahr schwebten, müsse der Grundsatz gelten: "Der Staat darf sich nicht erpressen lassen", sagte der frühere Staatssekretär im MDR-Inforadio. Er sprach von einem "sehr schwierigen, sehr prekären Fall", bei dem die Zurückhaltung des Auswärtigen Amtes verständlich sei. Chrobog war im Dezember 2005 im Jemen selbst Opfer einer Entführung geworden. (dpa/roe)