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Schauspieler Manfred Krug ist tot

Manfred Krug ist tot.
Manfred Krug ist tot. FOTO: dpa
Berlin. Der Schauspieler Manfred Krug ist tot. Er starb bereits am vergangenen Freitag im Alter von 79 Jahren in Berlin, wie sein Management am Donnerstag bestätigte. dpa/rdh

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) reagierte mit Betroffenheit auf die Nachricht von Krugs Tod. „Wir verdanken diesem großartigen Schauspieler viele unterhaltsame und anregende Stunden“, erklärte Müller. „In jeder Rolle war Krug unverkennbar, er war ein Typ, den man nicht vergessen konnte. Seine große Leistung liegt darin, dass er erst in Ost, dann in West und schließlich in ganz Deutschland ein Star geworden ist.“

Bundespräsident Joachim Gauck würdigte Krug als einen der glaubwürdigsten und populärsten Schauspieler unserer Zeit. In einem Kondolenzschreiben an Krugs Frau Ottilie schrieb Gauck: „In vielen Rollen im Fernsehen, im Kino und auf der Bühne hat er uns in seiner wundervollen Art Schwächen und Stärken der Menschen vor Augen geführt.“

Krug sei zu Recht mit vielen Auszeichnungen geehrt worden - auch wenn er stets wenig Aufhebens darum gemacht habe. „Ihr Mann hat die Herzen der Menschen mit seiner Kunst auf einzigartige Weise erreicht“, schrieb Gauck an Ottilie Krug.

Roswitha Schreiner, die Krugs TV-Tochter Sarah in „Liebling Kreuzberg“ spielte, reagierte tief betroffen. „Ich muss mich erstmal sortieren, es geht mir unheimlich nah. Er war mein Fernsehpap.“

Lebensstationen

Geboren wurde Manfred Krug am 8. Februar 1937 als Sohn eines Eisenhütten-Ingenieurs in Duisburg. Als die Ehe seiner Eltern nach dem Zweiten Weltkrieg in die Brüche ging, blieb er beim Vater, der arbeitsuchend nach Leipzig und später nach Brandenburg ging, wo er als Betriebsdirektor ein Stahlwerk leitete. Manfred Krug blieb bei der Großmutter in Westdeutschland, bis er als Zwölfjähriger 1949 seinem Vater in die damalige DDR folgte.

Nach einer Lehre als Stahlschmelzer und einem Abendschul-Abitur begann Manfred Krug 1954 ein Schauspielstudium, das er "wegen disziplinarischer Schwierigkeiten" bald beenden musste. In Bertolt Brechts Berliner Ensemble legte er dann doch noch eine Bühnenreifeprüfung ab. In der DDR wurde Manfred Krug schnell zum Kino-Idol, unter anderem dank zweier Hauptrollen in Filmen von Frank Beyer: "Fünf Patronenhülsen" und "Die Spur der Steine". Letzterer wurde nur drei Tage nach der Premiere von den DDR-Mächtigen verboten.

Populär war Manfred Krug auch als Sänger: Auf mehreren Alben und in DDR-Fernsehshows sang er Jazz-Standards und deutschsprachige Songs, die nach der Wiedervereinigung bundesweit in Kennerkreisen wiederentdeckt und geschätzt wurden. Sangeseinlagen gönnte er sich auch immer wieder in seiner späteren Rolle als Hamburger "Tatort"-Kommissar.

In der DDR fand Krugs Karriere ein jähes Ende, als er 1976 eine Protestresolution gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann unterschrieb und mit einem Teilberufsverbot belegt wurde. Daraufhin beantragte Manfred Krug im April 1977 seine Ausreise in den Westen und siedelte am 20. Juni 1977 nach West-Berlin über.


Im Westen fand Manfred Krug schnell populäre Fernsehrollen, so in der "Sesamstraße", als Fernfahrer Franz Meersdonk in der ARD-Serie "Auf Achse" oder als sympathischer Kiez-Anwalt in der von Jurek Becker geschriebenen Serie "Liebling Kreuzberg".

Auf den Gipfel seiner Popularität gelangte Manfred Krug dann 1984, als er die Rolle des Hauptkommissars Stoever im NDR-"Tatort" übernahm. Zusammen mit seinem Kollegen Brockmöller (Charles Brauer) ermittelte Krugs Stoever in 38 Fällen, bevor er 2001 als Kommissar in den Ruhestand ging - wenig später, mit dem Erreichen des Renteneintrittsalters, zog sich Krug ganz vom Fernsehen zurück.

Seine Popularität nutzte Manfred Krug als populäre Werbefigur: Ab 1996 warb er für die Deutschen Telekom und den Börsengang der T-Aktie. Ein gutes Jahrzehnt später entschuldigte sich Krug im "Stern" bei den Telekom-Aktionären für die später erlittenen Verluste, , wobei er betonte, dass er selbst noch alle seine T-Aktien habe ("Ich betrachte das als eine Art Selbstbestrafung"). Daraufhin beendete der Telekom-Konzern die Zusammenarbeit. In der Kampagne einer Rechtsschutzversicherung agierte Krug als Rechtsanwalt, womit ironisch auf seine Rolle als Anwalt Liebling angespielt wurde.

Nun ist Manfred Krug im Alter von 79 Jahren gestorben. Am Freitag, dem 21. Oktober sei er "friedlich im Kreise seiner Familie zuhause eingeschlafen". Er wünschte sich eine Bestattung im engsten Familienkreis.