Der Agrarstaat im Norden, bekannt für Kuhmilch und Seemannsgarn, schafft es normalerweise nur dann in die Nachrichten, wenn der Dackel des Alt-Ministerpräsidenten krankt oder wenn der Nachbar Dänemark die Grenze nach unten verschieben will. Nun hat aber die Landesregierung aus SPD und Grünen eine Broschüre zur Landtagswahl am 7. Mai herausgegeben.

Das treibt die AfD in Sachsen auf die Barrikaden. Die Infos gibt es nämlich auch in türkischer, arabischer, russischer und polnischer Sprache. "Man sollte doch eigentlich erwarten", ätzt Landesvize Thomas Hartung, "dass die Staatsbürger eines Landes, wenn sie denn einen Migrationshintergrund haben, vor der Einbürgerung die Sprache ihres neuen Heimatlandes gelernt haben." Damit Sachsen solche Verhältnisse erspart bleiben, hat die AfD-Fraktion neulich ein Gesetz "zur Aufnahme der deutschen Sprache als Kulturgut in die Sächsische Verfassung" eingebracht. Das fiel natürlich durch, denn viele schöne und schützenswerte Sachen stehen nicht in der Landesverfassung, wie Quarkkeulchen oder Kartoffelsuppe oder die um Dresden verbreitete Art, an jedes auf "n" endende Wort ein "ä" dranzuhängen.

Was macht der Holsteiner eigentlich mit durchgefallenen Gesetzesvorlagen? Er reißt sie in Streifen, weicht sie ein und mischt sie unter das schützenswerte Nationalgericht Labskaus, damit das schön sämig wird.