Die Pkw-Maut könnte dem Tourismus in Deutschland schaden. So sehen es die Grünen. Legt man ein von ihnen in Auftrag gegebenes Gutachten zugrunde, könnten die Maut-Pläne von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) Verluste von bis zu 500 Millionen Euro bedeuten. Und das bei Einnahmen von rund 600 Millionen Euro.

Das Kieler Institut für Tourismus- und Bäderforschung (NIT) hat für die grüne Bundestagsfraktion die statistischen Erhebungen zu den Tourismusströmen nach Deutschland analysiert, unter anderem aus Dänemark, Polen, Tschechien, den Niederlanden und Luxemburg. Im Jahr 2012 gab es demnach 9,6 Millionen Pkw-Urlaubsreisen aus den Nachbarländern in die Bundesrepublik. Dabei seien rund 2,7 Milliarden Euro ausgegeben worden, im Durchschnitt 284 Euro pro Reise. Wenn zehn Prozent der Fahrten wegfielen, heißt es in dem Gutachten, beliefen sich die Verluste für den deutschen Tourismusstandort auf rund 273 Millionen Euro.

Fakt ist: Das Wehklagen in den Grenz- und Tourismusregionen über die Pkw-Maut für ausländische Autofahrer und die Ausweitung auf alle Straßen ist groß. "Zehn bis 30 Prozent der nach Deutschland kommenden Touristen werden nach Schätzung von Experten durch die Einführung der Pkw-Maut zukünftig wegbleiben", so der tourismuspolitische Sprecher der Grünen, Markus Tressel.

Das Verkehrsministerium will noch im Oktober den Gesetzentwurf zur Maut präsentieren. Dann wird deutlich, in welche Richtung Minister Dobrindt gehen möchte.