Dutzende Feuerwehrleute kämpfen seit Tagen gegen den Großbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Jüterbog. Sie hatten gehofft, der Regen am Donnerstag würde das Feuer eindämmen. Die kleineren Niederschläge vor Ort brachten jedoch nur eine Atempause. Das Feuer hat sich nach Angaben der Feuerwehr zwar nicht weiter ausgebreitet, es bestehe aber weiterhin die Großschadenslage, wie die Landrätin des Landkreises Teltow-Fläming, Kornelia Wehlan (Linke) am Freitag sagte. „Überall sind Glutnester, es gibt keine Entwarnung“. Der Waldbrand ist einer der größten in Brandenburg seit Jahrzehnten. Es brennt auf einer Fläche von rund 800 Hektar.

Aktuell werde mit allen Beteiligten die Situation analysiert, sagte Wehlan, am Nachmittag. 174 Feuerwehrleute seien mit 36 Fahrzeugen im Einsatz. Sie kümmerten sich um die Glutnester und machten Kontrollfahrten. Hilfe bekommen die Einsatzkräfte unter anderem von der Brandschutzeinheit Barnim.

Bundeswehr setzt Panzer ein

Die Bundespolizei unterstützte die Löscharbeiten am Freitag mit drei Hubschraubern, die Wasser über dem Waldstück abwarfen. „Bilanz vom gestrigen Tag: 148 148 Abwürfe = 180 000 Liter Löschwasser“ hieß es bei Twitter. Die Bundeswehr ist mit einem Pionierpanzer Dachs vor Ort.

Der Panzer soll die Befahrbarkeit der Waldwege verbessern und den Schutz der Bevölkerung, insbesondere von Frankenförde, sichern.

In den vergangenen Tagen hatten Feuerwehren aus zahlreichen Landkreisen Brandenburgs die Einsatzkräfte unterstützt, darunter aus der Prignitz, Oberhavel, Märkisch-Oderland und Cottbus.

„Wir sind noch nicht am Ende der Hitzeperiode. Keiner kann in die Glaskugel schauen“, sagte Wehlan mit Blick auf das Pfingstwochenende. „Wir haben gemeinsam mit den Feuerwehren der verschiedenen Landkreise bis Mittwoch den Dienst durchgeplant.“

Regen bringt etwas Entlastung

Im Laufe des Freitags wurde nach ihren Angaben - insbesondere durch mehr Sonneneinstrahlung - wieder mit stärkerer Rauchentwicklung gerechnet. Anwohner sollten sich entsprechend darauf einstellen. Erneuter Regen ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes am Freitag nicht in Sicht.

Der kleinere Brand in Altsorgefeld im Amt Dahme/Mark ist unter Kontrolle. Auch dort hat der Regen den Angaben zufolge für Entlastung gesorgt. Auch dort gebe es aber noch Glutnester.

Die Kreisstraße K 7218 zwischen Frankenförde und Felgentreu ist weiterhin gesperrt.

Tausende Hektar mit Munition belastet

Der ehemalige Truppenübungsplatz bei Jüterbog wurde von 1864 bis 1992 militärisch genutzt. Dort lagert nach Angaben des Kampfmittelbeseitigungsdienstes noch heute Munition aller Art, darunter sollen nach Angaben der Stadt Jüterbog U-Boot Munition und Torpedos sein. Blindgänger blieben einfach liegen, alte Kampfmittel bildeten mittlerweile eine dicke Schicht im Erdboden. In den vergangenen Jahrzehnten verrotteten sie und wurden damit unberechenbar.

Brandenburg ist nach Angaben des Innenministeriums das Land mit dem höchsten Anteil an kampfmittelbelasteten Gebieten in Deutschland. Rund 392 000 Hektar seiner Gesamtfläche gelten noch als belastet. Schwerpunkte sind die Landkreise Teltow-Fläming, Märkisch-Oderland, Dahme-Spreewald und Oder-Spree sowie die Städte Potsdam und Oranienburg.

Langengrassau/Jüterbog