Und Stübgen fügt hinzu - auch in Anspielung auf die Frage nach dem zukünftigen Landesvorsitz -, dass Ludwig "programmatisch hinreichend profiliert" sei. Es sieht so aus, als laufe nach dem Weggang von Johanna Wanka tatsächlich alles auf die Frau aus Potsdam-Mittelmark zu. Ludwig dürfte sehr schnell - wahrscheinlich am kommenden Dienstag - zur Fraktionsvorsitzenden gewählt werden. Dann steht auf dem Fahrplan der hochschwangeren Frau zunächst ein Termin im Mai, an dem sie Mutter werden will. Der Landesparteitag, auf dem eine neue Vorsitzende bestimmt werden soll, liegt im Juli - ein fast perfektes Timing für die direkt gewählte Landtagsabgeordnete Ludwig. Sie hat sich bislang vor allem als Wirtschafts- und Haushaltsexpertin der Fraktion profiliert und könnte der Partei tatsächlich auch inhaltlich einen neuen Stempel aufdrücken. In der CDU hat sie so gut wie keine erklärten Gegner. Bekannt ist allerdings auch, dass das Verhältnis zu Sven Petke, dem bei der Wahl zum Landesvorsitzenden gescheiterten einstigen Generalsekretär, nicht all-zu gut ist. Petke verfügt bei den Christdemokraten allerdings nicht über genügend Einfluss, um Ludwigs Wahl ernsthaft infrage stellen zu können. Dass Johanna Wanka eine neue Aufgabe sucht, war seit Monaten bekannt. Die frühere brandenburgische Wissenschaftsministerin hat immer wieder durchblicken lassen, wie sehr sie es schätzt, als Regierungsmitglied zu arbeiten. Ihre Berufung nach Hannover in das Kabinett des dortigen CDU-Ministerpräsidenten Christian Wulff ist deswegen keine Überraschung. Wanka hat in den wenigen Monaten als Oppositionsführerin allerdings in Potsdam auch deutliche Zeichen gesetzt. So prägte denn auch die Stellungnahme des Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Axel Vogel, erkennbares Bedauern über den Verlust einer "verlässlichen Partnerin". Vogel sagte auch, dass sich "aus ihrer Bürgerrechtsvergangenheit" wichtige Gemeinsamkeiten ergeben hätten und dass sie die Partei "hin zu einer modernen CDU" orientiert habe. Die Linken wiederum wiesen darauf hin, dass mit Johanna Wanka erstmals eine Ostdeutsche im Westen ein Ministeramt übernehme. Die Linke-Fraktionsvorsitzende Kerstin Kaiser sagte deswegen "Dazu gratulieren wir".