Die konservative UMP-Partei des früheren Staatsoberhaupts Sarkozy hat nach den Hochrechnungen die erste Runde der französischen Départementswahlen überraschend klar gewonnen. Sie kommt auf 29 bis 32 Prozent. Sarkozy wird der Ehrgeiz nachgesagt, bei der Staatspräsidentenwahl 2017 wieder antreten zu wollen.

Schlechter als nach den Umfragen erwartet, aber als zweitstärkste Kraft schneidet nach Hochrechnungen die rechtsextreme Front National (FN) von Marine Le Pen ab. Knapp 25 Prozent hatte die Front National bereits bei den Europa-Wahlen im vergangenen Jahr erreicht. Parteichefin Marine Le Pen sprach von einem Erfolg, weil dieses Resultat diesmal noch übertroffen worden sei.

Eine erneute schwere Schlappe muss die Sozialistische Partei (PS) von Staatspräsident François Hollande hinnehmen. Wahlinstitute sahen die Sozialisten bei lediglich 20 Prozent oder etwas darüber. Regierungschef Manuel Valls freute sich dennoch darüber, "dass die extreme Rechte nicht die erste politische Formation in Frankreich ist". Jetzt hänge alles von der Stichwahl am kommenden Sonntag ab. Doch gerade die linken Wähler haben den Umfragen zufolge sehr wenig Lust auf eine Wahl, zumal die Zukunft der 101 Landkreise in Frankreich wegen geplanter Strukturreformen eher ungewiss ist. Die Linke könnte in der Stichwahl Dutzende ihrer bisher 61 verwalteten Départements verlieren

"Die Franzosen wollen eine klare Veränderung, beginnend mit den Départements", feierte Sarkozy den Schlag gegen die Sozialisten. In seiner Partei hieß es, dies sei eine historische Niederlage für die Sozialisten und ein "persönliches Scheitern" von Regierungschef Valls.

Die Wahlbeteiligung war am Ende doch größer als der schleppende Auftakt bis zum Sonntagmittag vermuten ließ: Nach Schätzungen von Experten dürfte bis zur Schließung der letzten Wahllokale um 20 Uhr jeder zweite Wahlberechtigte seine Stimme abgegeben haben.