Ein Wunsch, der nun in Erfüllung geht: Nach zwei angeblichen Wunderheilungen bestätigte der Vatikan die Heiligsprechung - die zudem zeitgleich mit der Heiligsprechung von Johannes XXIII. erfolgen soll, dem Papst, unter dessen Ägide das Zweite Vatikanische Konzil eröffnet wurde, die große Liberalisierung der katholischen Kirche im 20. Jahrhundert.

"Santo Subito", der Vatikan hat sich den Volksmassen gebeugt. Was im Grunde genommen ein geschickter Schachzug ist: Denn gerade für die katholische Kirche Polens war und ist Johannes Paul II. durch seinen Einsatz gegen den Kommunismus zur einer wichtigen Identifikationsfigur geworden. Die Heiligsprechung wird die Kirche in unserem Nachbarland stärken, weltweit wird sie die katholische Volksseele zum Jubeln bringen.

"Santo Subito", das ist das Kontrastprogramm von Papst Franziskus zur theologischen Gelehrsamkeit seines Vorgängers Benedikt XVI. Die Kirche wird wieder volkstümlicher, der Papst kommt aus dem Studierstübchen des Gelehrten hinaus zu den einfachen Gläubigen auf dem Petersplatz und den Flüchtlingen von Lampedusa. Das ist die Botschaft dieser Heiligsprechungen, das ist die Botschaft von Franziskus.

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