Bei der Serie von Salmonellenerkrankungen in Ostsachsen gibt es erste Hinweise auf einen möglichen Infektionsweg. In einem Schweineaufzuchtbetrieb im Landkreis Görlitz seien im April dieses Jahres Salmonellen nachgewiesen worden, sagte der Leiter des zuständigen Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramtes, Ralph Schönfelder, am Dienstag. Ob in der Lieferkette ein direkter Zusammenhang zu den Krankheitsfällen bestehe, werde derzeit geprüft.

Fünf Proben von Hackepeter und Schabefleisch aus Filialen einer Fleischerei mit Sitz in Löbau seien bisher positiv auf Salmonellen getestet worden. Zudem fanden sich Erreger an einem Fleischwolf der Firma. Die Zahl der Erkrankungen seit Ende Juni hat sich im Landkreis Görlitz unterdessen auf 113 erhöht. "Es geht quer durch den Landkreis", sagte der Leiter des Gesundheitsamtes, Christoph Ziesch. 17 Betroffene seien stationär im Krankenhaus aufgenommen worden, die meisten davon nur für einen kurzen Aufenthalt. Fünf Erkrankte befinden sich derzeit noch im Krankenhaus. Der Amtsarzt befürchtet jedoch, dass in den kommenden zehn Tagen weitere Fälle hinzukommen könnten. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit betrage sechs bis 72 Stunden .

V on den rund 150 Mitarbeitern der in Löbau ansässigen Fleischerei seien 110 auf Salmonellen untersucht worden, sagte Ziesch. 27 davon dürfen derzeit nicht arbeiten. Die Labortests ergaben, dass sie zwar nicht erkrankt und ohne Symptome seien, allerdings den Erreger vom Typ "Salmonella München" in sich tragen .