Manche Abgeordnete schaffen es, die Ministerialbürokratie zur Weißglut zu treiben - etwa der Flughafenexperte Christoph Schulze (BVB/Freie Wähler), dessen unzählige Nachfragen zu jedem Detail des geplanten Großflughafens schon viel Licht ins Dunkel brachten. Andere leisten der Demokratie einen wichtigen Dienst, etwa die Linken-Abgeordnete Andrea Johlige, die regelmäßig nach Anschlägen auf Partei- oder Abgeordnetenbüros in Brandenburg fragt.

Und dann gibt es da noch die Anfragen der Alternative für Deutschland (AfD). Jüngstes Beispiel: die Drucksache mit der amtlichen Nummer 6/4820. Darin erkundigen sich die Abgeordneten Birgit Bessin und Sven Schröder nach einem Projekt der "Schutzgemeinschaft Deutscher Wald", das vom Innenministerium mit 12 800 Euro aus Lotto-Mitteln gefördert wird: Kinder und Jugendliche aus Brandenburger Flüchtlingsheimen sollen zusammen mit einheimischen Altersgenossen den Wald erleben. Gemeinsam Flöße bauen, Rate- und Orientierungsspiele durchführen. Und dabei einander kennenlernen. Der Titel des Projekts: "Salam Aleikum Wald". Eine kleine Auswahl der Fragen der AfD: "Warum trägt das Projekt Salam Aleikum Wald einen arabischen Titel?" "Warum wurde dem Projekt kein deutscher Titel eingeräumt?" "Über welche sonstigen Lotto-Mittel verfügt das MLUL und wo kommen diese zum Einsatz?"

Und so geht es weiter. Und irgendwo im Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft sitzt dann ein bemitleidenswerter Sachbearbeiter, der die Fragen der Abgeordneten innerhalb von vier Wochen zu beantworten hat. Natürlich auf Kosten des Steuerzahlers. Denn das Fragerecht der Abgeordneten ist eines der wichtigsten Rechte, die die Landtagsmitglieder haben. Auch wenn man sich bei der Lektüre mancher Fragen irgendwann nur noch leise an den Kopf greift.