Über den aktuellen Verbleib des 24-Jährigen, der bereits am 5. Mai in die Türkei einreisen wollte, sei den Behörden aber nichts bekannt.

Die Regierung wies Vorwürfe zurück, es handle sich um eine Panne der Landesbehörden. Die Ausreise gewaltbereiter Islamisten könne nach derzeitiger Rechtslage nicht verhindert werden, sagte Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU). Scharfe Kritik kam auch auf Bundesebene vom CDU-Innenexperten Wolfgang Bosbach und dem hessischen Grünen-Bundestagsabgeordneten Omid Nouripour.

Der Fall des 24-Jährigen, der im Alter von fünf Jahren von Pakistan zu seiner in Deutschland lebenden Mutter kam, verhält sich nach offiziellen Angaben so: Im Juli 2013 beteiligte sich der Mann, der den Behörden schon vorher von salafistischen Aktionen bekannt war, an einem Angriff auf ein Kamerateam von "Report Mainz". Im November wurde er nach einem mutmaßlichen Tresordiebstahl in Haft genommen, weil er auf gepackten Koffern saß und Deutschland verlassen wollte. Anfang Dezember erhielt er vom Gericht Haftverschonung - unter Auflage einer elektronischen Fußfessel. Die Papiere wurden ihm abgenommen. Am 1. Mai sendete die Fußfessel zum letzten Mal ein Signal. Vier Tage später wollte der Mann mit den Papieren seines Bruders von Griechenland in die Türkei einreisen - und scheiterte zunächst.

Seitdem sei den Behörden nichts mehr bekannt, sagte Beuth. Nach dem 24-Jährigen werde europaweit per Haftbefehl gefahndet. "Report Mainz" vermutet den Salafisten bei einer Terrorgruppe in Syrien. Ein Begleiter des Mannes habe sich bei den hessischen Behörden gemeldet und gesagt, er habe sich dem bewaffneten Kampf angeschlossen.