Entlang der Elbe mussten einige Häuser auf Grund des Hochwassers zwar schließen, doch meist, weil sie von der Außenwelt abgeschnitten waren. "Wenige 100 Meter von dem Fluss entfernt wiederum war das Leben die ganze Zeit über in Ordnung", sagt Lehmann. Doch dieses Bild sei oft nicht vermittelt worden. "Unsere Gäste sollen aber wissen, dass man hier Urlaub machen kann." Noch vor Anker bleiben müssen die Dampfschiffe, weil die Elbe noch zu viel Wasser führt. Eine Durchfahrt unter den Brücken ist noch nicht möglich.
Die Region hatte sich zu Jahresanfang auf eine gute Saison gefreut. "Die erwarten wir immer noch", gibt sich der Tourismusverband Sächsische Schweiz optimistisch. "Wir hatten gehofft, 2006 wieder richtig Geld zu verdienen", sagt Präsident Klaus Brähmig. Doch die Zeichen stünden immer noch günstig. Einbußen würden bis Jahresende wieder herausgeholt, meint er. "Alle Veranstaltungen finden statt. Es gibt keinen Grund, nicht zu kommen."
Für eine Imagekampagne werden vom Land 60 000 Euro zur Verfügung gestellt, kündigt die tourismuspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Uta Windisch an. "Die Besucher sollen erfahren, dass es Hochwasser an der Elbe gab und nicht in der gesamten Sächsischen Schweiz." Die Gäste finden kaum noch Spuren davon: Parkplätze und Straßen sind schnell gesäubert worden. Blumenrabatten wurden gepflanzt, Osterdekorationen sind überall zu sehen.
Bunte Primeln stehen vor dem Hotel "Elbschlösschen" in Rathen. "Die haben wir gleich gepflanzt, noch ehe das Wasser ganz weg war", sagt Michaela Becker, stellvertretende Geschäftsführerin. Die nach dem Hochwasser 2002 gebaute Flutwand schützte das Haus mit 66 Zimmern diesmal fast 100-prozentig, verschaffte ihm aber eine Insellage. "Die 50 Mitarbeiter freuen sich wieder auf die Gäste", sagt Becker. Küche und Keller seien mit Getränken und Lebensmitteln gut bestückt, das Ostermenü geplant. "Es gibt viele Anmeldungen, aber wir sind noch nicht ausgebucht", sagt die Chefin. Die Gäste hielten dem Haus die Treue, freut sie sich.
"Wir wollen so schnell wie möglich zur Normalität wieder übergehen", sagt Dehoga-Chef Lehmann. Die Unternehmen hätten sehr professionell und motiviert wieder die Arbeit aufgenommen. "Unsere Botschaft ist: In der Sächsischen Schweiz kann man erlebnisreiche und erholsame Urlaubstage verleben."

Zum Thema Schäden an Nutzflächen
 Sachsens Landesbauernverband geht von größeren Hochwasserschäden auf landwirtschaftlichen Nutzflächen aus. Einer ersten Einschätzung zufolge sind etwa 4000 Hektar Grünlandflächen, Äcker und Sonderkulturen betroffen. Pflanzen seien vernichtet und die Bodenstruktur zerstört worden, teilte der Verband in Dresden mit. Außerdem müssten die Nutzflächen von erheblichen Mengen Treibgut geräumt werden. In Vor- und Mittelgebirgslagen, besonders oberhalb einer Höhenlage von 300 Metern, seien zudem Wintersaaten lokal komplett vernichtet worden. Dafür verantwortlich waren laut Verband 140 Tage andauernde Schneelast und Fröste.