"Manche Imker haben sogar ihre gesamten Bestände verloren", sagte der Vorsitzende des Landesverbandes Sächsischer Imker, Roland Wicht. Dabei mache ein kalter Winter allein den Tieren noch nicht viel aus. "Je kälter es ist, desto weniger bewegen sie sich und verbrauchen dementsprechend weniger Nahrung", erklärte Wicht. Das Problem: Viele Bienen seien bereits im vergangenen Herbst enorm geschwächt gewesen. Vor allem die sogenannte Varroamilbe, die als Parasit die Bienenbrut beschädigt, habe den Tieren geschadet. Im vergangenen Jahr konnte sich der Schädling aufgrund des zeitigen Frühlings besonders gut vermehren. Auch der zunehmende Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft reduziere die Bestände. "Bei der Nahrungssuche nehmen die Bienen über die Blüten das Gift auf", sagte Wicht. Entweder verändere sich dadurch ihr Geruch, so dass sie nicht mehr in ihre angestammte Behausung gelassen werden, oder sie sterben bereits auf dem Weg dorthin. Zudem finden die Bienen immer weniger Nahrung. In Sachsen gibt es nach Einschätzung des Experten kaum noch wilde Wiesen und immer weniger Artenvielfalt auf den Feldern. Auch Mohn- oder Kornblumen am Feldrand würden einfach mit Gift weggespritzt. "Dabei sind das die schönsten Nahrungsquellen", sagte Wicht. dpa/mb