Gleichzeitig betonte er jedoch, er werde weiter mit den UN-Waffeninspekteuren zusammenarbeiten.
Vizepräsident Taha Jassin Ramadan hatte die UN-Kontrolleure zuvor der Spionage für die USA und Israel bezichtigt. Ramadan sagte, mit Aktionen wie der jüngsten Palastdurchsuchung versuchten die UN-Inspekteure eine Krise zu provozieren, die den USA einen Vorwand für einen Angriff liefern könnte. Er selbst rechne inzwischen mit einem Angriff auf sein Land. In einem Interview mit dem britischen Radiosender BBC sagte er, die US-Regierung und die amerikanischen Medien trommelten bereits für den Krieg.
Das US-Verteidigungsministerium will nach Informationen der "New York Times" in den nächsten Tagen 10 000 Reservisten mobilisieren. Sie sollen im Falle einer Militäraktion gegen den Irak sowohl in den USA als auch im Ausland eingesetzt werden, berichtete die Zeitung gestern.
Die Leiter der beiden Inspektionsteams in Bagdad, Dimitri Perricos von der UN-Waffenkontrollkommission (Unmovic) und Jacques Beaute von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) wiesen die Spionagevorwürfe zurück. Am Mittwoch hatten die Inspekteure in El Mutanna nördlich von Bagdad überprüft, ob vor Jahren dort entdeckte Granaten mit Senfgas noch immer auf dem Gelände gelagert wurden. Perricos sagte, die Granaten seien gefunden worden.
Perricos und Beaute verließen den Irak gestern, um an ihren Hauptquartieren in New York und Wien Bericht zu er- statten. Die Inspekteure müssen nun erst mal eine Zwangspause einlegen: Ihre irakischen Begleiter haben von gestern an wegen der Festlichkeiten zum Ende des Fastenmonats Ramadan drei Tage frei.
Saddam Hussein sagte in seiner Rede an die Funktionäre, die vom staatlichen Fernsehen übertragen wurde: "Eure Geduld ist gut und die durch Euch ausgedrückte Geduld des großartigen irakischen Volkes, aber Eure Wut und Revolte sind ebenfalls groß, wenn es notwendig ist - zu jeder Zeit gehören bestimmte Taten und auf jede Aktion muss eine Reaktion folgen." Bagdad werde den Inspekteuren eine letzte Chance geben, um der Welt zu beweisen, dass die Behauptungen Washingtons, der Irak besitze Massenvernichtungswaffen, falsch seien.
Der Weltsicherheitsrat hatte sich in der Nacht zum Donnerstag über Forderungen Washingtons nach verschärften Auflagen für das humanitäre Irak-Programm der Vereinten Nationen weitgehend hinweggesetzt und eine Verlängerung um sechs Monate beschlossen. Auch die USA stimmten nach langwierigen Verhandlungen einer entsprechenden Resolution zu. Sie setzten aber durch, dass innerhalb von 30 Tagen geprüft werden muss, ob das Programm dem Irak eine Hintertür für die Einfuhr militärisch nutzbarer Güter bietet. (dpa/AFP/uf)