„Im Großen und Ganzen ist es ein sehr gutes Jahr, der Spätsommer hat viel herausgeholt.“ Bis zu 55 Hektoliter pro Hektar werden insgesamt an Wein erwartet. Das liegt über dem mehrjährlichen Durchschnitt von rund 49 Hektoliter und weit über den Erträgen des Jahres 2010 mit gerade einmal 28 Hektoliter, erklärte Frieder Tränkner, zuständig für Weinbau im sächsischen Landwirtschaftsamt. Die Weinlese im nordöstlichsten Anbaugebiet Europas geht demnächst zu Ende.

Auch Juliane Kremtz, die noch bis November amtierende Weinkönigin, sagte: „Was bisher geerntet wurde, sieht richtig gut aus.“ Die Qualität, zum Beispiel der in Sachsen dominierenden Müller-Thurgau-Reben, sei bestens. „Die Trauben haben richtig süß geschmeckt“, berichtete Kremtz. Dies dürfte zu voluminösen Weinen führen.

Einziger Wermutstropfen ist laut Tränkner die Essigfäule, die vor allem durch Taubildung entsteht und den Wein unbrauchbar macht. Wenige Sorten mussten deshalb schon früh geerntet und stark ausgelesen werden.

Die Winzer hoffen nun bis zum Ende der Ernte in ein, zwei Wochen darauf, dass das Wetter einigermaßen trocken bleibt, denn nasse Trauben ließen sich nur schlecht verarbeiten.