"Die erhoffte Bombenernte ist aber ausgeblieben, wir liegen eher im Durchschnitt", sagte Frieder Tränkner vom zuständigen Referat des sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Agentur. Als Grund nannte Tränkner vor allen den Regen, der im September ausgerechnet zur Lese einsetzte. "Und damit zur Unzeit." Der Regen habe viele Trauben aufplatzen und faulen lassen. Der durchschnittliche Ertrag liege bei 42 Hektolitern pro Hektar und damit im Mittelfeld.

Die Oechslegrade, die das Mostgewicht beschreiben, liegen mit 78 allerdings unter den Ergebnissen der vergangenen Jahre. Je höher das Mostgewicht, desto hochwertiger ist der Wein. Laut Tränkner mussten manche Trauben zeitiger als geplant gelesen werden, um wegen des Regens einen Totalausfall zu vermeiden. Vor allem den späten Sorten habe dann die Sonne gefehlt. In den nächsten Wochen füllen die meisten Winzer den Wein des Vorjahres ab. Bisher sind die Reben gut über den milden Winter gekommen. "Wir hätten wegen der Schädlinge sogar gern ein wenig Frost gehabt", sagte Jörg Hahn vom Weingut Hoflößnitz. Nun schwebe die Kirschessigfliege als "Schreckgespenst" über den Weinbauern.

Die milde Witterung begünstige das Auftreten des Schädlings. Der Weinbaubetrieb bewirtschaftet rund elf Hektar nach ökologischen Richtlinien. Im Staatsweingut Schloss Wackerbarth hat es keine Frostschäden gegeben. Derzeit sind die Winzer mit dem Rebschnitt beschäftigt. "Wir rechnen mit einem frühen Austrieb", erklärte Kellermeister Jürgen Aumüller. Wie sich die Reben entwickeln, hängt auch davon ab, ob es in diesem Jahr wieder späte Fröste gibt, so wie im vergangenen Mai. "Aber erst einmal sind wir zufrieden", so Aumüller.