Drei Monate dauert die Ausbildung, dann sollen sie die Landespolizei unterstützen: In Bautzen haben die ersten 50 Wachpolizisten ihre Ausbildung begonnen. "Wir brauchen sie dringend, um unsere Personalnot zu lösen", sagte Leiter der Bereitschaftspolizei, Horst Kretzschmar, bei der Begrüßung der fünf Frauen und 45 Männer im Fortbildungszentrum der Hochschule der Sächsischen Polizei.

Auf dem Stundenplan steht unter anderem Recht, Kommunikation und Interkulturelle Kompetenz. Die Praxis umfasst auch die Waffen- und Schießausbildung. Eingesetzt werden sollen die Wachpolizisten zum Schutz von Personen und Objekten.

"Sie werden dabei immer einen erfahrenen Kollegen an ihrer Seite haben", sagte Landespolizeipräsident Jürgen Georgie. Die Polizeigewerkschaft (GdP) kritisierte, die Neulinge dürften zu schnell scharfe Waffen bedienen. "Schießen ist immer das letzte Mittel. Wir trainieren hier auch Selbstverteidigungs- und Deeskalationstechniken", betonte Georgie. Die Wachpolizisten würden die Einrichtung geübt und sicher im Umgang mit der Dienstpistole verlassen.

"Die Wachpolizisten erhalten bei uns in Sachsen eine professionelle Ausbildung", erklärte Innenminister Markus Ulbig (CDU). Die gesetzliche Grundlage für die Wachpolizei hatte der Landtag erst Mitte Dezember geschaffen. Die schwarz-rote Staatsregierung will damit kurzfristig für Entlastung bei der Polizei sorgen. Die Opposition spricht von einer "Billiglösung".

2002 hatte der Landtag als Reaktion auf die Terroranschläge am 11. September 2001 schon einmal die Einführung einer Wachpolizei beschlossen. Das Gesetz war 2006 aber wieder außer Kraft getreten. Nun sollen bis zum Jahr 2017 insgesamt 550 Kräfte ausgebildet werden.