Das Angebot richtet sich an junge Mütter und Väter, die das Kino mit ihren Babys besuchen wollen. Mit solchen und anderen Offerten leben die Programmkinos im Freistaat zum Teil in Nischen, die die großen Lichtspielhäuser nicht bieten. Und sie befinden sich in Sachsen auf stabilem Kurs.

Die Besucherzahlen in den insgesamt 86 sächsischen Kinos gingen nach Angaben der Filmförderungsanstalt von Januar bis Juni 2014 um 6,2 Prozent zurück. Für die 45 Programmkinos im Freistaat gibt es keine eigenen Zahlen, die Einrichtungen konnten sich aber halten.

Das Dresdner Programmkino Ost erhielt sogar den mit 20 000 Euro dotierten Preis der Bundesregierung für sein herausragendes Kinoprogramm 2013. Die Kino-Gilde deutscher Filmkunsttheater schüttete zudem an neun weitere sächsische Programmkinos Preise zwischen 2500 und 5000 Euro aus, ebenfalls für ihre Jahresprogramme. Zudem vergab sie einen Sonderpreis in Höhe von nochmals 5000 Euro an die Kulturfabrik Meda in Mittelherwigsdorf bei Görlitz - für eine "alternative Abspielstätte", wie es hieß.

Doch nicht nur die besonderen Programme locken die Zuschauer an. Manche Programmkinos bieten für größere Gruppen Sondervorführungen außerhalb der normalen Uhrzeiten an. Das "Kino im Dach" in Dresden verspricht, Wunschfilme zu besorgen - so sie denn verfügbar sind und mindestens 50 Besucher mitgebracht werden.

Die Kinobar "Prager Frühling" in Leipzig wirbt damit, dass es zwar nur 74 Sitzplätze, dafür aber eine Bar im Saal gibt. Im Kino in der Fabrik in Dresden gibt es inzwischen an Sonntagen Frühstück zum Filmgenuss. Die Filmwerkstatt Chemnitz mit dem Clubkino Siegmar bietet Workshops zu kinospezifischen Themen. Die gestiegenen Ansprüche der Zuschauer an die Bildqualität können viele Programmkinos inzwischen erfüllen, nachdem die digitale Technik in ihren Sälen Einzug gehalten hat.